Peter Bofinger: "Die Bürger müssen um ihr Geld fürchten"

Peter Bofinger: "Die Bürger müssen um ihr Geld fürchten"

Erstmals müssen Bankkunden für die Rettung eines Euro-Landes zahlen – der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hält den Zypern-Plan für brandgefährlich. Im Interview mit dem "Spiegel" warnt er vor Anlegerpanik in der Währungsunion.

Der stets kritische deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger zerpflückt im Interview mit dem Magazin "Der Spiegel" das Rettungspaket für Zypern. Die Beteiligung kleiner Sparer sei hochgradig gefährlich. Sie erschüttere das Vertrauen der Anleger auf dem ganzen Kontinent. "Europas Bürger müssen nun um ihr Geld fürchten", warnt Bofinger.

Zwar erwartet der Wirschaftsweise keinen sofortigen Bank Run in den Krisenstaaten der Eurozone. "Aber sobald sich die Krise in einem Euro-Land verschärft, werden sich die Bankkunden dort an Zypern erinnern. Sie werden ihr Geld abziehen – und die Krise verschärfen. Am Ende ist es besser, eine Milliarde zur Rettung der Kleinsparer in Zypern in die Hand zu nehmen, als einen Zusammenbruch des Euro-Finanzsystems zu riskieren".

Bofinger ortet aufgrund der Fehleinschätzung beim Rettungspaket für Zypern die Möglichkeit eines Super-GAUs für die Euro-Zone: "Nach der Wahl in Italien ist die Situation der Währungsunion wieder sehr labil. Ein Ende der Gemeinschaftswährung wäre für die deutsche Industrie der Super-GAU. Die Frage ist: Wie lässt sich der Euro möglichst kostengünstig stabilisieren? Wenn verunsicherte Anleger in ganz Europa ihre Konten plündern, wird die Rettung teurer, als wenn man die Mittel zur Rettung der kleinen Sparer in Zypern aufbringt".

Mit Blick auf Zypern möchte Bofinger rechtlich geprüft wissen, ob es möglich wäre, dass sich Anleger aus dem europäischen Ausland stärker in die Pflicht nehmen lassen als EU-Bürger.

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