Opel sucht wieder mal eine Strategie

Opel sucht wieder mal eine Strategie

Nach dem überraschenden Wechsel an der Spitze von Opel soll der Aufsichtsrat des angeschlagenen Autobauers offenbar zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Das Kontrollgremium werde am Dienstag über die weitere Strategie zur Rettung von Opel beraten, berichtete die "Bild"-Zeitung am Wochenende. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge soll der Aufsichtsrat bei seinem Treffen einen kommissarischen Vorstandschef küren, der Interimschef Stephen Girsky an der Spitze des Unternehmens ablöst.

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hatte vergangene Woche mitten im Überlebenskampf des Autobauers überraschend seinen Hut nehmen müssen. Mehrere Zeitungen berichteten daraufhin, Strategiechef Thomas Sedran habe die besten Chancen, Stracke zu beerben. Auch Produktionschef Peter Thom wurde als aussichtsreicher Kandidat genannt.

Was plant GM?

Arbeitnehmer und Experten befürchten nach dem Abgang Strackes eine vom Mutterkonzern General Motors verordnete Rosskur für die Rüsselsheimer Traditionsmarke. Der "Bild"-Zeitung zufolge hat Interimschef Girsky die Belegschaft in einer E-Mail auf eine rasche Änderung der Strategie des Autobauers eingeschworen. "Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln", zitiert die Zeitung Girsky. "Ich möchte Ihnen versichern, dass wir unsere dringenden Arbeiten zur Wiederherstellung einer nachhaltigen Profitabilität bei Opel/Vauxhall und GM in Europa ohne Unterbrechung fortsetzen werden."

Absatzkrise in Europa

Opel leidet wie andere Massenhersteller unter der Absatzkrise in Europa. Erst vor zwei Wochen hatte der Opel-Aufsichtsrat ein von Stracke vorgelegtes umfassendes Sanierungskonzept gebilligt. Dieses sieht hohe Investitionen in neue Modelle, eine engere Zusammenarbeit mit dem ebenfalls krisengebeutelten französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen sowie drastische Einsparungen bei Material-, Entwicklungs- und Produktionskosten vor. Ein Opel-Sprecher hatte am Freitag erklärt, Opel stehe auch nach dem Führungswechsel zu seinem Sanierungsplan, über dessen Umsetzung noch verhandelt wird. Die Schließung einzelner Standorte ist noch nicht beschlossen, allerdings gilt das Ende des Bochumer Werks als absehbar. Daneben stehe nun auch die Fertigung in Eisenach mit 1700 Beschäftigten auf der Kippe, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Betriebsratskreise. Der dort produzierte Kleinwagen Corsa könne langfristig ausschließlich im spanischen Saragossa vom Band laufen. Um den angeschlagenen Autobauer wieder nach vorne zu bringen, soll die Produktion zwischen den sechs europäischen Pkw-Werken von Opel neu verteilt werden. Das Management verhandelt derzeit noch mit den Arbeitnehmern über die Auslastung der einzelnen Fabriken.

IG Metall warnt bereits

IG-Metall-Chef Berthold Huber warnte GM davor, die Vereinbarungen mit der Arbeitnehmerseite einseitig zu brechen. "Wir gehen davon aus, dass GM die Verträge einhält. Dass die Garantien für die Werke und die Arbeitsplätze bis Ende 2016 weiter gelten. Wir geben keinen einzigen Standort preis", sagte Huber der "Süddeutschen Zeitung". Auf die Frage, was geschehe, sollte sich GM nicht an die Vereinbarungen halten, sagte der Gewerkschafter: "Davor kann ich nur warnen. Wer Opel aufgeben wollte, muss wissen: Das wären die teuersten Werksschließungen, die ein Konzern jemals in Deutschland versucht hätte. Das würde Unsummen kosten."

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