Opel: Nicht nur Bochum steht vor dem Aus

Opel: Nicht nur Bochum steht vor dem Aus

Nur die Werkschließung in Bochum werde nicht ausreichen, um Opel langfristig zu stabilisieren, erklärt Dudenhöffer.

"Die Schuldenkrise hat die Automobilmärkte in Europa ganz, ganz tief getroffen", sagte er am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Krise hat "die Autowerke in Europa ihre Jobs gekostet und wird in der Zukunft (...) noch zu Fabrikschließungen führen."

Dudenhöffer sagte, bei Opel seien viele Managementfehler gemacht worden, indem man sich nur auf Europa konzentriert habe. "Keine Marke kann heute ausschließlich in Europa überleben", sagte er. "Deshalb wird es schwer sein, für die Marke die Brücke in die Zukunft zu finden." Nur die Werkschließung in Bochum werde nicht ausreichen, um Opel langfristig zu stabilisieren.

Absurde Forderungen der Politik

Derweil hat der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) hat von der Opel-Mutter GM eine Beschäftigungsgarantie für die gut 3000 Arbeiter am Standort Bochum gefordert. "Unsere Forderung ist ganz klar. Niemand von den Beschäftigten darf in die Arbeitslosigkeit gehen, auch nicht nach 2016", sagte Duin am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Landesregierung setze sich derzeit dafür ein, dass sich auf den Werksflächen in Bochum neue Unternehmen ansiedeln, um dort eine Perspektive für industrielle Produktion zu entwickeln. "Was bislang fehlt, ist ein klares Bekenntnis von GM, in den Prozess verlässlich mit einzusteigen", sagte Duin.

Opel hatte am Montag angekündigt, das Werk in Bochum mit 3365 Beschäftigten dichtzumachen. Die Entscheidung begründete Opel-Chef Thomas Sedran mit dem dramatisch geschrumpften Automarkt in Westeuropa und den hohen Überkapazitäten in der gesamten Branche.

Nach den Worten Duins will die Landesregierung dem Unternehmen nicht mit finanziellen Hilfen entgegenkommen. "Wir wollen gar kein Geld in die Hand nehmen, sondern Opel muss das Geld in die Hand nehmen", sagte Duin. Opel könne sich für einen sehr teuren Sozialplan entscheiden oder sich daran beteiligten, die vorgeschlagenen Industrieansiedlungen zu realisieren. Dem GM-Management warf der Minister Versagen vor. "Bochum ist denen völlig egal, die wissen wahrscheinlich noch nicht mal, wo das liegt", sagte er.

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