Olympische Spiele: Aufregung um Ausrüster

Olympische Spiele: Aufregung um Ausrüster

Adidas zahlt angeblich Hungerlöhne - US-Politiker wettern gegen ein "Made in China" für US-Ausrüstung.

Die Olympischen Spiele beginnen in weniger als zwei Wochen und schon gibt es Debatten um die Ausrüster - in einem Fall geht es um Vorwürfe gegen Adidas, in einem anderen eher um Nationalstolz.

Fall Nummer eins: Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas soll Fabrikarbeiter in Kambodscha ausgebeutet haben. Der Fall werde untersucht, sagte ein Sprecher des Londoner Organisationskomitees am Samstag nach einem Bericht des "Daily Telegraph" . Die Zeitung hatte berichtet, dass Arbeiter in einer Fabrik nahe der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh für die Herstellung von Olympia-Fanartikeln trotz einer Arbeitswoche von sechs Tagen nur ein monatliches Grundgehalt von 61 Dollar (50 Euro) bekämen.

Unter dem Existenzminimum

Fabrikarbeiter sagten der Zeitung, sie hätten ihr Gehalt bei einer Aufstockung der täglichen Arbeitszeit von acht auf zehn Stunden auf 120 Dollar monatlich aufbessern können. Dies sei weniger als das Existenzminimum, erklärten Aktivisten. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre dies ein Verstoß gegen die Vereinbarung mit den Olympia-Organisatoren, den Angestellten einen Lohn zu zahlen, der die Lebenserhaltungskosten deckt. Der Aktivistengruppe Labour Behind Label zufolge liegt das Existenzminimum eines kambodschanischen Arbeiters mit zwei Kindern bei 260 Dollar monatlich. Ein Adidas-Sprecher sagte dem "Daily Telegraph", die Arbeiter der Fabrik verdienten durchschnittlich 130 Dollar monatlich. Dies sei mehr als der Mindestlohn. Das Unternehmen sei überzeugt, alle Vorschriften der Veranstalter der Sommerspiele einzuhalten. Zudem kündigte der Sprecher an, dass die Angestellten in Kambodscha im Laufe des Jahres wie andere Textilarbeiter auch mehr Lohn bekommen sollen. Die in der kambodschanischen Fabrik hergestellten Fanartikel wie T-Shirts und Taschen sollen während der Olympischen Spiele vom 27. Juli bis zum 12. August in ganz Großbritannien zu kaufen sein.

Aufregung um US-Ausrüstung

Fall Nummer zwei: Die offizielle Olympia-Uniformen der Vereinigten Staaten wird in China hergestellt. Das ruft in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und wachsender Rivalität mit Asiens aufstrebender Wirtschaftsmacht hat die Washingtoner Politik auf den Plan. Republikaner wie Demokraten fordern nun, dass "Made in China" für US-Sportler unterbunden wird. Für die Ende Juli in London beginnenden Sommerspiele sei es aber nun zu spät, erklärte das Olympische Komitee der USA am Freitag. Für die Winterspiele 2014 würden die Einwände aber berücksichtigt.

Auch der Bekleidungskonzern Ralph Lauren gelobte Kooperation. Das Unternehmen werde in der Branche und in der Regierung maßgeblich Gespräche vorantreiben, um die Produktion in den USA auszubauen. Doch sechs Senatoren der demokratischen Partei von Präsident Barack Obama reicht das nicht. Sie wollen deshalb in der kommenden Woche einen Gesetzesvorschlag einbringen, die die Produktion der Olympia-Uniformen in amerikanischen Fabriken festschreibt.

Quellen: Bloomberg, APA

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