"Ohne Strategiewechsel wird Euro nicht überleben"

"Ohne Strategiewechsel wird Euro nicht überleben"

Der deutsche Wirtschaftsexperte Peter Bofinger sieht ein Ende des Euro als mögliche Option, sollte der Sparkurs fortgesetzt werden und sich die Rezession in den Krisenländern verschärfen.

Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger bezeichnet das Ende des Euro und die Rückkehr zu nationalen Währungen als eine „denkbare Option", sollte Europa seinen Sparkurs fortsetzen und damit die Rezession in den südeuropäischen Krisenländern noch verstärken. „Ohne einen grundlegenden Strategiewechsel wird der Euro die nächsten Jahre weder ökonomisch noch politisch überleben“, warnt der Wirtschaftsweise in einem Beitrag für die "WirtschaftsWoche". Um dies zu verhindern, fordert Bofinger eine übergangsweise gemeinschaftliche Finanzierung der Schulden, bis die Euro-Zone auf einen Wachstumskurs zurückgekehrt sei.

„Politisch gesehen befindet sich der Euro-Raum heute in der Mitte eines tiefen Tunnels. Wenn er in dieser unkomfortablen Lage nicht verharren möchte, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Die Politik muss versuchen, den Weg zum Ausgang zu finden, der durch eine Währungsunion mit politischer Union gekennzeichnet ist“, so Bofinger. „Wenn es ihr dazu an der Kraft oder am Mut fehlt, sollte sie sich ernsthaft überlegen, ob es nicht besser wäre, zum Eingang zurückzukehren, das heißt zur Welt der nationalen Währungen.“

Nach Ansicht des Wirtschaftsweisen hat die Währungsunion „nur dann eine Chance, wenn die Mitgliedsländer die Krise als gemeinsame Herausforderung ansehen und nicht nur als eine Kumulation nationaler Defizite bei der Wettbewerbsfähigkeit. Bei einer solchen ganzheitlichen Sicht gäbe es keinen Zweifel, dass Sparmaßnahmen so lange aufgeschoben werden müssen, bis die Rezession des Euro-Raums vorüber ist, und dass in der Zwischenzeit auftretende höhere Defizite gemeinschaftlich finanziert werden müssen.“

Kein Verständnis hat Bofinger dafür, dass trotz der Rezession in Europa „für 2013 eine Rückführung des konjunkturbereinigten Defizits um knapp einen Prozentpunkt geplant“ ist. Das werde die Arbeitslosigkeit in Europa weiter nach oben treiben und die Lage der Banken weiter verschlechtern. „Auch für die Wettbewerbsfähigkeit bedeutet das nichts Gutes.

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