Ölpreis heizt Inflation in Euro-Zone an

Ölpreis heizt Inflation in Euro-Zone an

Jahresteuerung von 2,6 Prozent ist mehr als erwartet - Nun banges Warten auf mögliche Zinssenkung

Teures Öl hat die Inflation in der Euro-Zone im August angeheizt. Die Statistikbehörde Eurostat in Brüssel meldete am Freitag eine Jahresteuerung von 2,6 Prozent. Dabei dürften neben den gestiegenen Benzin- zudem die Nahrungsmittelpreise eine Rolle gespielt haben. Sie trieben auch in Deutschland die Teuerung nach oben, wo die Preise im europäischen Vergleich (HVPI) um 2,2 Prozent stiegen. Die Inflationsrate in den 17 Staaten des Euroraums ist nun höher als der EZB lieb sein dürfte, die am kommenden Donnerstag über die Zinspolitik entscheidet. Die Europäische Zentralbank sieht Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Verbraucher spüren es

Experten hatten für die Euro-Zone lediglich mit einer Teuerung von 2,5 Prozent gerechnet, nachdem sie im Juli noch bei 2,4 Prozent gelegen hatte. "Die steigenden Ölpreise bekommen auch die Verbraucher im Euroraum zu spüren", so Commerzbank-Experte Christoph Weil. EuroStat hat noch keine Detailergebnisse vorgelegt. Die hohen Energiekosten waren nach Berechnungen Weils aber der größte Preistreiber: Demnach zogen sie im August um mehr als zwei Prozent gegenüber Juli an. Dies allein habe ausgereicht, die Inflationsrate im August um 0,2 Prozentpunkte anzuheben. Die Teuerungsrate ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel dürfte demnach bei 1,7 Prozent verharrt haben.

Wann kommt die Zinssenkung?

Ökonomen sind sich uneins, ob die Zentralbanker angesichts der gestiegenen Inflation eine Senkung des Schlüsselzinses von 0,75 auf das historisch niedrige Niveau von 0,5 Prozent wagen werden. "Durch den aktuellen Preisschub dürften die vielfach gehegten Hoffnungen, dass die Inflationsrate bald unter diese Marke fällt, einen deutlichen Dämpfer erhalten", meint Ökonom Heinrich Bayer von der Postbank. Er rechnet sogar damit, dass die Inflation dauerhaft darüber liegen wird.

Nowotny nicht beunruhigt

Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hält die Preisentwicklung derzeit aber für nicht beunruhigend. "In Österreich wie im übrigen Europa sehe ich keine Anzeichen für eine von der Nachfrage getriebene Inflation. Bei den niedrigen Wachstumsraten kann man das ausschließen", sagte der Notenbanker am Rande der Finanzmarktgespräche des Forums Alpbach. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht noch Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Europa. Der Inflationsdruck werde voraussichtlich nachlassen, sagte ein Sprecher zur Begründung.

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