Nur wenig "hope and change"

Nur wenig "hope and change"

Zwar dürften die Schilder mit "hope and change" kaum zu sehen sein, denn die Demokraten wissen selbst, dass von der unbändigen Begeisterung von 2008 wenig übriggeblieben ist. Gleichzeitig sehen Experten und Obamas Strategen aber keinen Grund, warum der Präsident sich ein neues Image zulegen sollte.

"Er sollte sich auf keinen Fall eine ganz neue Botschaft ausdenken", sagt Jeff Shesol, der für den früheren Präsidenten Bill Clinton Ansprachen schrieb und auch 2000, 2004 und 2008 an Parteitagsreden beteiligt war. Vielmehr dürfte Obama Elemente aus seinen bisherigen Reden hervorheben.

Dabei soll es möglich spezifisch zugehen. Berater des Präsidenten haben angekündigt, dass er dem Wähler sehr viel konkretere Vorschläge unterbreiten wird als die Republikaner es auf ihrem Parteitag taten. Dass deren Kandidat Mitt Romney bei seiner Abschlussrede keine echte Blaupause für seine Wirtschaftspolitik vorlegte, wird unter Demokraten als Fehler gesehen. Umfragen scheinen das zu bestätigen: Einer Gallup-Erhebung vom Montag zufolge bewerten nur 38 Prozent der Amerikaner Romneys Rede als gut oder sehr gut, der niedrigste Wert bei einer derartigen Ansprache seit 1996. Ohnehin hat der Amtsinhaber den Vorteil, dass er sich nicht erst dem Wähler vorstellen muss.

Obama bleiben genug Herausforderungen. Die erste besteht darin, überhaupt die 74.000 Sitze im Stadion der Carolina Panthers zu füllen. Die Veranstalter verfolgen dabei sorgenvoll den Wetterbericht, denn es drohen Gewitter über der Freiluft-Arena der Football-Mannschaft. Politisch muss Obama Attacken der Republikaner abwehren, die die Bürger immer wieder fragen, ob die Lage des Landes besser sei als vor vier Jahren - die hohe Arbeitslosigkeit spielt den Republikaner dabei in die Hände. Obama kämpft zudem gegen die Statistik: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist kein Präsident bei einer Arbeitslosigkeit von mehr als acht Prozent wiedergewählt worden. Im Moment steht sie bei 8,3 Prozent. In Umfragen von Reuters/Ipsos liegen Obama und Romney etwa gleich auf. Die unabhängigen Wähler sind mit 33 zu 28 Prozent bislang auf Romneys Seite.

Wirtschaftswachstum "von unten" anregen

Angesichts dessen dürfte Obama betonen, dass er das Wirtschaftswachstum "von unten" mit Hilfen für die Mittelschicht anregen will. Ein weiteres Thema: staatliche Hilfen für angeschlagene Autokonzerne. Der Krieg in Afghanistan und die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden während seiner Amtszeit dürften ebenfalls prominente Rollen spielen. Zudem wird Obama sich für die Rechte von Frauen stark machen - eine Wählergruppe, bei der er einen großen Vorsprung hat. Unbedingt neu ist das alles nicht. "Die meisten Amerikaner haben nur Teile von seiner Standard-Wahlkampfrede gehört", sagt Shesol dazu. Der Auftritt vor Zehntausenden Anhängern und Millionen Menschen am Fernsehschirm ist da die bislang beste Gelegenheit, sie als Ganzes zu verbreiten.

Nach dem Parteitag sind die nächsten wichtigen Termine drei TV-Debatten zwischen Obama und Romney im Oktober. Die Wahl selbst findet am 6. November statt.

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