NSA erstellt Bewegungsprofile über Handy-Daten

NSA erstellt Bewegungsprofile über Handy-Daten

Die NSA könne damit Bewegungsprofile von Menschen in einer Weise erstellen, die "früher unvorstellbar" gewesen wäre, schrieb die Zeitung am Mittwoch auf ihrer Internetseite.

Die Zeitung beruft sich dabei auf Dokumente des Ex-US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz sprach von einem "Horrorszenario". US-Firmen wehren sich gegen die Ausspähungen. Microsoft etwa versprach seinen ausländischen Kunden, gegen Spähaktionen vor Gericht zu ziehen.

"Es geht hier um die komplette Bewegungsprofil-Erfassung aller Bürgerinnen und Bürger. Dieses Horrorszenario stellt alle Big-Brother-Phantasien in den Schatten und ist ganz offenbar gängige Geheimdienstpraxis", sagte von Notz zu Reuters. Die NSA wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur nicht äußern. Der Geheimdienst soll vor allem Telefondaten von Nicht-US-Bürgern durch das Anzapfen von Datenleitungen erfasst haben. Mit der Sammlung von Ortungsdaten lassen sich Bewegungsprofile jedes Handy-Nutzers erstellen. Von Notz forderte eine energische Antwort der Bundesregierung: "Die Kontinuität der Realitätsverweigerung der Bundeskanzlerin macht sprachlos", sagte er.

Internet-Riesen besorgt

Die NSA-Aktivitäten bereiten zunehmend auch US-Konzernen Sorgen. Sie fürchten um ihr weltweites Geschäft. Der Softwarekonzern sei der Auffassung, dass die amerikanischen Behörden nicht befugt seien, im Ausland gespeicherte Daten abzugreifen, sagte Microsoft-Justiziar Brad Smith am Mittwochabend in einem Reuters-Interview. Das Unternehmen kündigte an, weit öfter als bisher den internen Datenverkehr zu verschlüsseln. Hintergrund sind Berichte, wonach die NSA die Datenströme der Internet-Riesen Google und Yahoo außerhalb der USA ohne Gerichtsbeschluss angezapft hat. Auch die beiden Microsoft-Konkurrenten kündigten daraufhin an, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen.

Nach Angaben der Firma Secusmart schätzen deutsche IT-Experten den jährlichen Schaden durch Wirtschafts- und Industriespionage auf rund zehn Milliarden Euro. Dies habe eine Umfrage unter 106 IT-Experten führender deutscher Unternehmen ergeben, teilte die Firma mit. Besonders betroffen sei die Automobilbranche, dann folgten Rüstungs- und Luftfahrtfirmen.

Die NSA-Enthüllungen gehen auf Unterlagen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Snowden zurück und verunsichern IT-Unternehmen und ihre Kunden seit Monaten. Auch Smith räumte ein, dass die Affäre ein "Erdbeben" in der Branche ausgelöst habe. Die NSA hat wie viele US-Politiker die Spähaktionen als wichtig etwa für den Anti-Terror-Kampf verteidigt.

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