Nowotny: Bankenaufsicht eine der
wichtigsten Reformen in der EU

Nowotny: Bankenaufsicht eine der
wichtigsten Reformen in der EU

An der zentralen europäischen Bankenaufsicht ("Single Supervisory Mechanism"/SSM), die den ersten Schritt zur europäischen Bankenunion darstellt, sollten auch so viele Nicht-Euroländer wie möglich teilnehmen - ost- und südosteuropäische Länder mit eingeschlossen, sagte OeNB-Chef Ewald Nowotny bei der Eröffnung der Conference on European Economic Integration (CEEI) in Wien.

Die einheitliche Bankenaufsicht wird unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) eingerichtet und soll im Herbst 2014 die Arbeit aufnehmen. Voraussichtlich werden etwa 130 Banken in den Eurostaaten direkt von der EZB überwacht. Vor dem Start sollen die Bilanzen der Institute durchleuchtet und ein neuer Stresstest zur Krisentauglichkeit durchgeführt werden.

Nowotny bezeichnete den Aufbau der Bankenunion als eine der wichtigsten institutionellen Reformen in der EU. Mit der Errichtung der zentralen Bankenaufsicht werde ein großer Beitrag geleistet, die Bankenunion auf den Weg zu bringen. Es läge im gemeinsamen europäischen Interesse, wenn dem SSM so viele EU-Mitgliedstaaten wie möglich angehörten.

Um die wirtschaftspolitischen Entscheidungen zu verbessern, plädierte Nowotny auch für eine verstärkte Einbeziehung von finanziellen Faktoren in die Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Krise habe unter anderem nämlich deutlich gezeigt, dass große Schwankungen bei Vermögenswerten und Kreditwachstum sowie deren Wechselwirkung mit der Realwirtschaft einer umfassenderen Analyse bedürfen, führte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) aus.

Nach wie vor gelte zwar, dass sich eine weitere Vertiefung der Finanzmärkte positiv auf das langfristige Wachstum auswirke, aber die globale Finanzkrise habe deutlich gemacht, dass die zyklische Komponente des so genannten "Finance-Growth-Nexus" - also dem Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Finanzen und des Wirtschaftswachstums - bisher in Westeuropa wie auch in CESEE stark unterschätzt worden sei. Der Finance-Growth-Nexus nicht nur ein langfristiges Phänomen, sondern habe auch eine wichtige zyklische Komponente, die vor der Krise weitgehend unterschätzt worden sei.

Deswegen müssten jetzt neue oder zumindest deutlich verbesserte Wege zur Messung der nachhaltigen Wirtschaftsleistung gefunden werden. Ziel sei es, alle politischen Entscheidungsträger in die Lage zu versetzen, zwischen einer "wohlstandsfördernden Vertiefung der Finanzmärkte und kostspieligen Boom-Bust-Zyklen" unterscheiden zu können, so Nowotny.

Das Thema der diesjährigen Konferenz lautete: "Financial Crisis and the Real Economy: Lessons für CESEE". Die Konferenz findet heute, Montag, und morgen, Dienstag, in Wien statt.

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