Notenbank von Italien nimmt die Banken an die kurze Leine

Notenbank von Italien nimmt die Banken an die kurze Leine

Die Rückstellungen für faule Kredite müssten an die aktuelle und künftige Wirtschaftsentwicklung angepasst werden, forderte die Zentralbank am Donnerstag. Banken, die Verluste schreiben, sollten zudem auf Dividenden und Boni verzichten.

Insgesamt werde mit einer "deutlichen Verringerung" der Bonuszahlungen für die von den Managern 2012 erzielten Ergebnisse gerechnet.

Die Aktien vieler italienischer Banken gaben nach der Zentralbank-Erklärung nur kurz nach und drehten im Fahrwasser der steigenden Börsen wieder ins Plus - so auch das Papier der landesweit größten Privatkundenbank Intesa Sanpaolo. Sie war zum Jahresende 2012 in die roten Zahlen gerutscht. Als Grund gab das Institut höhere Rückstellungen für Kreditausfälle sowie Abschreibungen auf das Engagement bei Telecom Italia an.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone dürfte nach den jüngsten Schätzungen vieler Experten auch dieses Jahr nicht aus der Rezession kommen. Der amtierende Ministerpräsident Mario Monti wollte deswegen beim EU-Gipfel in Brüssel am Donnerstag mehr Flexibilität bei den Defizit-Zielen einfordern. Er werde die Spielräume dafür ausloten, sagte Monti, der nach dem Wahl-Patt die Regierungsgeschäfte vorerst weiterführt. Wie aus Regierungskreisen verlautete, möchte Italien sein Defizit ausweiten, um damit Investitionen anzuschieben.

Das nach dem Wahl-Patt politisch gelähmte Land hat zudem nach der Herabstufung seiner Bonität durch die Ratingagentur Fitch mit Gegenwind am Kapitalmarkt zu kämpfen. Nicht so Spanien, dem die Investoren weiter die Stange halten. Das ebenfalls klamme Land teilte am Donnerstag bei Sonderauktionen von langlaufenden Anleihen insgesamt 803 Millionen Euro zu. Dabei waren die Zinsen durchweg niedriger als zuletzt.

Spanien will Banken keine weiteren Daumenschrauben anlegen

Spanien fordert anders als Italien von den einheimischen Banken auch keine zusätzliche Risikovorsorge, wie aus Regierungskreisen verlautete. "Absolut nicht", hieß es auf die Frage, ob die Banken zu größeren Risikopuffern für potenzielle Verluste aus dem Kreditgeschäft verpflichtet werden sollten. Spaniens angeschlagene Finanzbranche war bereits 2012 zu zusätzlichen Wertberichtigungen in Milliardenhöhe verdonnert worden.

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