Nordkorea droht USA mit nuklearem Erstschlag

Nordkorea droht USA mit nuklearem Erstschlag

Kurz vor der Entscheidung über neue UN-Sanktionen hat Nordkorea den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht.

"Da die USA im Begriff stehen, einen Atomkrieg anzufangen, werden wir unser Recht eines präventiven Nuklearangriffs gegen die Kommandozentralen der Aggressoren ausüben, um unsere höchsten Interessen zu schützen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Donnerstag. In New York wollte der UN-Sicherheitsrat über Embargos und andere Maßnahmen beraten, mit denen die Weltgemeinschaft auf Raketen- und Atombombentests des weitgehend isolierten Landes reagieren soll.

Nordkorea wirft den USA und Südkorea vor, seit längerem geplante gemeinsame Manöver zu nutzen, um einen Angriff auf den kommunistischen Staat vorzubereiten. Nordkorea hat ebenfalls Manöver in einem - nach südkoreanischen Angaben - ungewöhnlich großen Umfang gestartet. Der Ton zwischen den beiden Staaten auf der koreanischen Halbinsel hat sich deutlich verschärft. Nordkorea bezichtigte die USA, mit den Manövern den Waffenstillstand seit Ende des Koreakrieges (1950 - 1953) aufkündigen zu wollen.

Zuvor hatte Südkoreas Militär für den Fall eines Angriffs aus Nordkorea mit einem Gegenschlag gedroht. Möglich sei sogar eine unmittelbare Attacke auf die Regierung in Pjöngjang. "Alle Vorbereitungen stehen für eine harte und entschiedene Bestrafung, nicht nur des Angriffsorts und seiner unterstützenden Truppen, sondern auch des befehlshabenden Elements", sagte der südkoreanische Generalmajor Kim Yong Hyun.

Sicherheitsrat entscheidet über Sanktionen

Am Donnerstag stand im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Abstimmung über weitere Sanktionen gegen Nordkorea an. Die Staatengemeinschaft will damit auf den Test einer Langstreckenrakete Nordkoreas im Dezember und einen unterirdischen Atombombentest im Februar reagieren. Beide Tests haben gegen internationale Vereinbarungen verstoßen, mit denen verhindert werden soll, dass immer mehr Staaten in den Besitz von Atomwaffen kommen. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea bislang nicht in der Lage ist, mit einer Interkontinentalrakete, die mit einem atomaren Sprengkopf bestückt ist, das Kernland der USA anzugreifen.

Die USA hatten sich mit China - einer der letzten Verbündeten Nordkoreas - auf den Resolutionsentwurf geeinigt. Im Fokus stehen dabei Beschränkungen von Finanztransaktionen. Allerdings wird es von China - das eine lange Landgrenze mit Nordkorea hat - abhängen, ob die Sanktionen auch umgesetzt werden. Beobachter gehen davon aus, dass China in Nordkorea ein befreundetes Regime als Puffer zum westlich dominierten Südkorea halten will.

Zudem haben in der Vergangenheit UN-Sanktionen die nordkoreanische Regierung nicht zum Einlenken bewegt. Vor sieben Jahren erstmals beschlossene UN-Sanktionen und vor 50 Jahren gestartete Strafmaßnahmen der USA haben Nordkorea bisher nicht davon abgehalten, verbotene Waffen zu entwickeln. Dabei ist das autoritär regierte Land, in dem chronische Lebensmittelknappheit herrscht, auf Hilfe des Auslands angewiesen.

Allerdings hat Nordkorea bislang in kaum einem Fall nach schrillen rhetorischen Drohungen auch Taten folgen lassen. Diese kamen wenn, dann überraschend. So wurde ohne jede Vorwarnung 2010 eine südkoreanische Insel im Grenzgebiet mit Granaten beschossen. Im selben Jahr wurde ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt, was Nordkorea zugeschrieben wurde.

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