No Woman, No Drive – 14 Frauen in Saudi-Arabien festgenommen

No Woman, No Drive – 14 Frauen in Saudi-Arabien festgenommen

Die Frauen waren am Samstag einem Aufruf der Kampagne "Women2Drive" gefolgt, um gegen das in Saudi-Arabien geltende Fahrverbot für Frauen mobil zu machen. Demnach sollten sich möglichst viele Frauen demonstrativ ans Steuer setzen, um dem Verbot zu trotzen.

Die Festnahmen erfolgten in Riad, Jeddah, Mekka und in der Ost-Provinz, berichtete die Zeitung "Al-Madina" am Sonntag. In der Hauptstadt Riad mussten fünf Frauen aufs Polizeirevier, unter ihnen eine ägyptische Staatsbürgerin.

Die Behörden bremsten den angekündigten Aktionstag gegen das in Saudi-Arabien geltende Fahrverbot für Frauen aus. Nur wenige Frauen folgten dem in den vergangenen Wochen im Internet verbreiteten Aufruf, sich am Samstag demonstrativ hinters Steuer zu setzen. Die Initiatorinnen der Aktion "Autofahren am 26. Oktober" hatten zuvor ihren Aufruf "aus Vorsicht und Respekt vor den Warnungen des Innenministeriums" zurückgenommen.

Auf der Internetplattform YouTube waren vier Videos von Frauen zu sehen, die offenbar am Samstag in der Hauptstadt Riad Auto fuhren. Drei weitere Frauen hätten sich im Osten des Landes ans Steuer gesetzt, sagte die Menschenrechtsaktivistin Naseema Assada der Nachrichtenagentur AFP. "Ohne die Drohungen des Innenministeriums hätten mehr Frauen mitgemacht." In Riad beobachtete ein AFP-Fotograf am Samstag eine erhöhte Polizeipräsenz, einschließlich mehrerer Straßensperren.

Saudi-Arabien ist das einzige Land der Welt, in dem es Frauen grundsätzlich verboten ist, Auto zu fahren. Das gilt auch für die zunehmende Zahl von saudi-arabischen Bürgerinnen, die im Ausland einen Führerschein erworben haben, und für Ausländerinnen.

Einige Frauen waren von Innenministerium angerufen worden und mussten versprechen, am Samstag nicht Auto zu fahren. "Die Behörden wollen auf gar keinen Fall Versammlungen an einem bestimmten Tag", sagte die an der Kampagne beteiligte Maysaa al-Amudi. Die Kampagne soll nach ihren Angaben nun ohne spezifisches Aktionsdatum fortgeführt werden.

Bereits in den vergangenen zwei Wochen hatten saudi-arabische Frauen in sozialen Onlinenetzwerken dutzende Videoaufnahmen und Fotos veröffentlicht, die sie beim Steuern von Autos zeigten. Je nachdem wie die Behörden auf die bisherigen Rechtsverstöße reagieren, könnten sich den Aktivistinnen zufolge in den kommenden Wochen weitere Frauen ans Steuer setzen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Drohungen gegen die an der Kampagne beteiligten Frauen. Sie berichtete zudem, Beteiligte seien mit willkürlichen Reiseverboten belegt worden. Ferner kritisierte Amnesty, dass die Initiatorinnen des Aktionstags von staatlichen Medien öffentlich schlecht gemacht worden seien.

Am Donnerstag hatte ein Sprecher des Innenministeriums AFP gesagt, dass jegliche Verstöße gegen das Frauenfahrverbot ebenso geahndet werden würden wie eine Unterstützung des Protests. Im Jahr 2011 waren mehrere Frauen wegen Autofahrens festgenommen worden. Sie mussten damals zusichern, sich nicht noch einmal hinters Steuer zu setzen.

Auch der konservative islamische Klerus der Saudi-Monarchie hatte sich im Vorfeld des Aktionstages gegen jede Lockerung des Fahrverbots für Frauen ausgesprochen. In Saudi-Arabien ist eine besonders dogmatische Variante des sunnitischen Islams, der Wahhabismus, Staatsreligion.

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