Niederlande entkommt nicht der Rezession – Weitere Sparmaßnahmen müssen folgen

Niederlande entkommt nicht der Rezession – Weitere Sparmaßnahmen müssen folgen

Die Niederlande befindet sich mittlerweile bereits in der dritten Rezession in vier Jahren und die Aussichten auf eine Besserung der derzeitigen Situation erweisen sich indes ebenfalls als alles andere als optimistisch. Um weitere Sparmaßnahmen führt angesichts dessen wohl kein Weg vorbei.

Das Haushaltsdefizit in der fünftgrößten Volkswirtschaft des Euroraums werde sich 2014 auf 3,9 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt belaufen, schrieb die Notenbank aus Amsterdam in ihrer halbjährlichen Konjunkturprognose, die am heutigen Montag veröffentlicht wurde. Im Dezember hatte sie ein Minus in der Haushaltskasse von 3,5 Prozent des BIP prognostiziert. Für das Jahr erwarten die Währungshüter ein Defizit von 3,5 Prozent.

“Die Niederlande müssen möglicherweise 2014 weitere sechs bis acht Milliarden Euro einsparen”, erklärte Notenbanksprecher Tobias Oudejans am Montag in einem Telefoninterview. Das Land befindet sich in der dritten Rezession in vier Jahren und hat seit 2009 die EU-Defizitobergrenze von drei Prozent überschritten. Es versucht die Ausgabenlücke über ein vierjähriges, 16 Milliarden Euro umfassendes Sparpaket zu schließen, das von der Koalitionsregierung im Oktober verabschiedet wurde. Das Kabinett von Ministerpräsident Mark Rutte wird im späteren Jahresverlauf über zusätzlich benötigte Sparmaßnahmen entscheiden, um die Obergrenze von drei Prozent 2014 einzuhalten.

Niederlande "macht harte Zeiten durch"

Die Wirtschaft des Landes “macht harte Zeiten durch”, schrieb die von Klaas Knot geführte Notenbank in einer Studie. “Wir rechnen nicht mit einer starken Erholung der Wirtschaft in der nahen Zukunft, da die privaten Haushalte, die Banken, Pensionsfonds und der Staat sich bemühen, ihre verschlechterten Bilanzen zu reparieren.”

Diese Faktoren hatten Auswirkungen auf die heimischen Ausgaben, so dass die Wirtschaft nur schwer Fahrt aufnimmt, so die Notenbank. Das Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr um 0,8 Prozent sinken, erwartet die Notenbank nun, während sie im Dezember lediglich von einem Minus von 0,6 Prozent ausgegangen war.

“Nach einer Stabilisierung des BIP im Verlauf von 2013 erwarten wir für 2014 und 2015 eine langsam sich verbessernde Erholung”, so die Währungshüter. Für 2014 gehen sie von einem BIP-Anstieg von 0,5 Prozent aus, vor sechs Monaten hatten sie noch ein Wachstum von einem Prozent prognostiziert.

Rehn schließt Fristverlängerung für Niederlande nicht aus

EU-Kommissar Olli Rehn hat derweil am Dienstag nicht ausgeschlossen, dass die Niederlande mehr Zeit bekommen, um ihr Haushaltsdefizit auf das erlaubte Maß zu senken. Wenn sich das Wirtschaftswachstum weiter verschlechtere, sei eine Verlängerung der Frist nach 2014 denkbar, sagte EU-Kommissar Olli Rehn am Dienstag in Den Haag nach einem Gespräch mit dem niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. "Eine Fristverlängerung ist nach dem Pakt möglich unter der Bedingung, dass strukturelle Reformen ausgeführt wurden und eine weitere Verschlechterung des Wachstums erwartet wird."

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