Neue Protestwelle wegen Mohammed-Karikaturen zu befürchten

Neue Protestwelle wegen Mohammed-Karikaturen zu befürchten

Eine französische Zeitung hat sich entschlossen, umstrittene Mohammed-Karikaturen zu veröffentlichen - neue Proteste gegen den Westen in islamischen Ländern sind zu befürchten. Eine neue Stufe der Eskalation könnte weitreichende Folgen haben.

Die Aufregung über einen YouTube-Film, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, hat sich etwas gelegt, auch wenn es heute erneut Proteste in Afghanistan gab. Doch nun wird wieder Öl ins Feuer gegossen: Eine französische Zeitschrift hat sich entschlossen, in ihrer heutigen Ausgabe Mohammed-Karikaturen zu veröffentlichen - trotz Kritik der Regierung, die das als Provokation zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt sieht.

Nun werden aus Angst vor gewaltsamen Angriffen am Freitag die französischen Botschaften und Schulen in rund 20 Ländern geschlossen. Das teilte das Außenministerium in Paris soeben mit. Befürchtet werden Ausschreitungen nach den Freitagsgebeten in muslimischen Ländern.

Satire oder Provokation?

Der Hintergrund: Das Satireblatt "Charlie Hebdo" hat heute, Mittwoch, auf seiner Titelseite die Zeichnung eines orthodoxen Juden, der einen Mann mit einem Turban in einem Rollstuhl schiebt, gebracht. Darüber hinaus fanden sich in dem Magazin mehrere Karikaturen des Propheten Mohammed - einige davon zeigten ihn nackt. Auf die Redaktionsräume des Magazins war erst im November ein Brandanschlag verübt worden, nachdem es eine Mohammed-Karikatur gedruckt hatte. Die Website der Zeitschrift ist derzeit übrigens nicht erreichbar - vermutlich wegen des großen Interesses an den Satirikern.

Der französische Außenminister Laurent Fabius hatte noch gestern angesichts der gewalttätigen Protestwelle von Muslimen gegen ein in den USA gedrehtes Schmäh-Video die Absicht des Magazins zur Veröffentlichung der Karikaturen verurteilt und zum Schutz des Redaktionsgebäudes Polizisten entsandt. Alles, was in der gegenwärtigen Lage provoziere, müsse verurteilt werden, sagte Fabius. Der Chefredakteur des Magazins erwiderte, man veröffentliche Karikaturen über jeden und alles nur wenn wir"es mit dem Propheten machen, wird es Provokation genannt".

Proteste gegen Film in Afghanistan

Indes sind heute, Mittwoch, in Afghanistan wegen des YouTube-Films erneut zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. Im Osten des Landes demonstrierten rund tausend Menschen und blockierten eine Zufahrtsstraße in die Hauptstadt. Bei den Demonstranten handelte es sich überwiegend um Studenten. Sie riefen "Tod Amerika" und "Tod den Feinden des Islam".

Bei Protesten in muslimischen Ländern gegen den Film "Die Unschuld der Muslime", in dem der Prophet Mohammed beleidigt und die Muslime verunglimpft werden, starben mehr als 30 Menschen. Der tödlichste Vorfall ereignete sich am Dienstag, als eine Frau sich in Afghanistan in die Luft sprengte und zwölf Menschen mit in den Tod riss.

Quellen u.a.: APA, Reuters, Bloomberg

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