Nespresso spielt foul und verliert: 540.000 Euro Strafe

Nespresso spielt foul und verliert: 540.000 Euro Strafe

Nestle wurde zu einer Strafzahlung an den französischen Konkurrenten Ethical Coffee Company verdonnert. Die Schweizer überlegen noch, ob sie das Urteil anfechten.

Paris/Vevey. Der Nahrungsmittelkonzern Nestle und seine Kaffeekapseltochter Nespresso haben in Frankreich vor Gericht eine Niederlage erlitten: Wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt, müssen sie an den Konkurrenten Ethical Coffee Company (ECC) insgesamt 540.000 Euro zahlen.

Das Pariser Handelsgericht entschied zugunsten des Walliser Unternehmers und seines Gründers Jean-Paul Gaillard. Die Strafe für Nestle, Nestle France und Nespresso beläuft sich auf 500.000 Euro, wie das Gericht am Freitag entscheiden hatte. 40.000 Euro werden zusätzlich für Anwaltskosten fällig. ECC vertreibt eigene Kapseln, die in Nespresso-Kaffeemaschinen verwendet werden können, seit 2010 in Frankreich. In einer Ende 2012 eingereichte Klage wirft ECC dem Nahrungsmittelkonzern vor, über dessen Mitgliederdienst Club Nespresso die Konkurrenz-Kapseln schlechtgemacht zu haben.

Laut Gaillards Firma wurden auf diesem Wege Zweifel an der Zuverlässigkeit, der Qualität, der biologischen Abbaubarkeit und der Sicherheit der ECC-Kapseln gestreut. Gaillard sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP, er freue sich über dieses Urteil: Das Urteil zeige, dass die Justiz funktioniere.

Nespresso zeigte sich "enttäuscht". Man schaue sich dieses Urteil an und beabsichtige, es anzufechten, ließ eine Sprecherin des Unternehmens wissen.

Für Nespresso ist es bereits der zweite Streit um die Kaffeekapsel. Zum Jahresbeginn 2014 hatte die Nestle-Tochter einen Patentstreit verloren Patentstreit verloren.

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