Nach Nokia-Verkauf ist Finnland in der Sinnkrise

Nach Nokia-Verkauf ist Finnland in der Sinnkrise

Nach dem Verkauf der Nokia-Handy-Sparte an Microsoft steht das ehemalige Hightech-Vorzeigeland Finnland vor den Trümmern und als Technologie-Standort vor dem Aus.

Turku. Was ist Finnland ohne Nokia - diese Frage stellt man sich jetzt von Helsinki bis an den Polarkreis und macht sich gleichzeitig Sorgen um die Zukunft des Landes als Technologie-Standort. Die Zahlen in den Auftragsbüchern sind laut dem Chef des Verbandes der Technologieindustrie, Teppo Virta, auf das Niveau des Krisenjahres 2009 gesunken. Der Verkauf des Kerngeschäfts von Nokia an Microsoft sowie das Bergab bei den Kreuzfahrtwerften sei insbesondere für Südwest-Finnland zunehmend ein Problem.

Die Aufträge der Branche seien im dritten Quartal 2013 um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Auch die Exportzahlen des Industriezweiges entwickelten sich negativ, so Virta in einem Interview mit der Turkuer Tageszeitung "Turun-Sanomat" (Mittwoch-Ausgabe).

Länder wie Estland, Polen und Tschechien stellten für Finnland im Technologie-Bereich zunehmend eine Konkurrenz dar, so Virta. Auch für das Nachbarland Schweden sieht Virta eine düstere Zukunft voraus. Die Lokomotive in der Branche sei zurzeit Deutschland.

Niedergang hatte sich abgezeichnet

Bereits vor zwei Jahren hatte Virta vor schweren Auswirkungen auf die finnische Volkswirtschaft gewarnt, falls es nicht gelingen sollte, die Talfahrt bei Nokia und in der gesamten Technologie-Branche aufzuhalten. Als Indiz dafür nannte er den parallelen Niedergang der Exportziffern. In den zwei Jahren nach der internationalen Finanzkrise hatte die finnische Technologie-Branche 28 Prozent im Export eingebüßt. Der Gesamtexport Finnlands war im gleichen Zeitraum (2009-2010) um 24 Prozent zurückgegangen.




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Beim Nokia endete indes am Dienstag offiziell eine Ära. Die Generalversammlung des dereinst mit Reifen, Gummistiefeln, Kabeln und Fernsehgeräten groß gewordenen Konzerns segnete den Verkauf des Handy-Geschäfts an Microsoft und damit die De-facto-Abwanderung in die USA ab. Für den Verkauf stimmten laut 99,5 Prozent der rund 5.000 anwesenden Aktionäre.

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