Nach 200 Jahren: Schweizer Privatbanken lassen sich erstmals in die Karten schauen

Nach 200 Jahren: Schweizer Privatbanken lassen sich erstmals in die Karten schauen

Pictet und Lombard Odier sehen sich nach US-Steuerprozessen gezwungen ihre Rechtsform zu ändern. Als Kommanditaktiengesellschaften sind die noblen Geldhäuser nun auf diese Weise verpflichtet sich in ihr Allerheiligstes, ihre Bilanzen, blicken zu lassen. Den Auftakt zur Bilanzveröffentlichung machte heute Pictet. Tatsächlich sprudeln die Gewinne der Privatbank und sie verfügt über einen dicken Kapitalpolster. Diesen kann sie allerdings auch brauchen, drohen doch hohe US-Strafen wegen Steuerhinterziehung.

Zum ersten Mal in ihrer 209-jährigen Geschichte gewährt die Schweizer Privatbank Pictet Einblick in ihr Geschäft. Das von acht Eigentümern geführte Institut verwaltete zur Jahresmitte 319 Milliarden Franken (264 Milliarden Euro). Das Institut ist damit hinter den Großbanken UBS und Credit Suisse, der drittgrößte Vermögensverwalter der Schweiz. Rund die Hälfte des Geldes bei Pictet stammt von reichen Privatkunden, die andere Hälfte von Pensionskassen, Staatsfonds und anderen institutionellen Anlegern.

Mit Lombard Odier legt am 28. August noch eine zweite Schweizer Privatbank erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 1796 ihre Zahlen offen.

US-Steuerbehörden machen Druck

Der Grund ihre Verschwiegenheit aufzugeben, ist bei den amerikanischen Steuerbehörden zu finden, die gewaltigen Druck auf die eidgenössischen Privatbanken ausüben. Denn Pictet und Lombard Odier sind, wie viele andere Privatbanken in der Schweiz, in den USA wegen angeblicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden. Die beiden Institute sahen sich deshalb gezwungen ihre über Jahrhunderte alte Gepflogenheit der persönlich haftenden Teilhaber aufzugeben. Damit haften die Gesellschafter zwar nicht mehr unbegrenzt für Verluste, doch die neue Struktur sorgt dafür, dass ihre Bilanzen innerhalb von zwei Monaten nach der jeweiligen sechsmonatigen Berichtsperiode veröffentlicht werden müssen.

17,6 Prozent Eigenkapitalrendite

Die Bilanz von Pictet kann sich sehen lassen. Mit einer Eigenkapitalrendite von 17,6 Prozent ließen die Genfer Konkurrenten wie Julius Bär hinter sich. Das Institut erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2014 einen Gewinn von 203 Millionen Franken (168 Millionen Euro)

Die beiden Privatbanken gelten was die Offenlegung ihrer Bilanzen betrifft als Vorreiter ihrer Branche. Experten gehen davon aus, dass bald andere der rund ein Dutzend Schweizer Privatbanken folgen werden.

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