Mubarak ringt mit dem Tod

Mubarak ringt mit dem Tod

Der Gesundheitszustand des früheren ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak hat sich dramatisch verschlechtert.

Der im vergangenen Jahr gestürzte Machthaber wurde am Dienstagabend aus dem Kairoer Tora-Gefängnis in ein Militärkrankenhaus verlegt. Der genaue Zustand blieb am Mittwoch jedoch unklar. Sein Anwalt nannte ihn "kritisch". Ein General im regierenden Militärrat sagte Reuters, der 84-Jährige habe einen Gehirnschlag erlitten. Angaben, wonach Ärzte ihn bereits für "klinisch tot" erklärt hätten, bezeichnete der Soldat als Unsinn. Aus Militärkreisen hieß es, der frühere Staatschef liege im Koma und sei auf lebenserhaltende Maßnahmen angewiesen.

Der Fernsehsender Al-Arabija berichtete, Mubaraks Frau Suzanne sei in der Nacht in das Militärkrankenhaus Maadi gekommen, um ihrem Mann beizustehen. Vor der Klinik versammelten sich einige Dutzend Ägypter. Ein Anhänger hatte ein Bild Mubaraks in Galauniform mit der Aufschrift "Die Geschichte wird der Richter sein" mitgebracht. In dem Krankenhaus wurde Mubaraks Vorgänger Anwar Sadat für tot erklärt, nachdem er 1981 während einer Militärparade von radikalen Islamisten erschossen wurde. Danach führte Mubarak bis zu seinem Sturz das Land mit harter Hand, unterdrückte die Opposition und schuf einen gigantischen Sicherheitsapparat. Der Westen unterstützte ihn, da er in Mubaraks Ägypten ein Bollwerk gegen den Islamismus sah.

Mubarak interessiert nicht mehr

Viele Ägypter interessieren sich jedoch stärker für das Schicksal des neuen als des alten Präsidenten. Wer nach der Stichwahl am Wochenende Staatsoberhaupt wird, ist aber ebenso offen wie der vom Militär zugesicherte Übergang zur Demokratie. "Die Nachrichten zum Mubaraks Gesundheitszustand sind alle Spekulation. Wir sollten uns auf die Realität konzentrieren", kritisierte ein 59-jähriger Kairoer Rentner. Nach der Abstimmung um das höchste Staatsamt hatten sich beide Kandidaten zum Sieger erklärt. Ob sich der Muslimbruder Mohammed Mursi oder der Mubarak-Vertraute Ahmed Schafik durchgesetzt hat, soll am Donnerstag bekanntgegeben werden. Nach der Auflösung des Parlaments haben die Militärs aber bereits vor der Amtseinführung die Macht des neuen Staatsoberhaupts beschnitten.

Der Gesundheitszustand Mubaraks war seit geraumer Zeit Gegenstand von Spekulationen. Offen bleibt, ob Anhänger die Lage in der Vergangenheit dramatisierten, um dem Ex-Präsidenten einen schmerzhaften Prozess wegen der Tötung von Demonstranten während des Volksaufstands im vergangenen Jahr zu ersparen. Anfang Juni wurde Mubarak dennoch in dem beispiellosen Prozess wegen des Befehls zur Tötung zu lebenslanger Haft verurteilt. Es war das erste Mal, dass sich ein arabischer Staatschef persönlich vor einem Zivilgericht verantworten musste. Rund 850 Menschen waren während der Proteste ums Leben gekommen. Bis zuletzt bestritt Mubarak eine Verstrickung.

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