Moody's ortet "Selbstüberschätzung" bei Europas Politikern

 Moody's ortet "Selbstüberschätzung" bei Europas Politikern

Moody's-Experte Bart Oosterveld erklärte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters: "Auch nach ihrem ungeschickten Vorgehen zur Rettung Zyperns sind die Politiker offenbar davon überzeugt, ein Übergreifen der Krise auf weitere Euro-Länder verhindern zu können."

"Wir gehen davon aus, dass diese Zuversicht fehl am Platze sein könnte", sagte Oosterveld.

Die Zypern-Rettung wirke sich insgesamt negativ auf die Bonitätsnoten der Euro-Zone aus, ergänzte der Moody's-Analyst Dietmar Hornung. Die Fachleute machten allerdings keine konkreten Angaben dazu, ob Italien insbesondere nach den Entwicklungen in Zypern mit einer Herabstufung rechnen muss. Das Euro-Krisenland wird derzeit von Moody's mit "Baa2" bewertet. Der Ausblick ist negativ. In Italien werde jetzt genau auf die Bemühungen zur Bildung einer neuen Regierung geschaut, sagten die Experten. Mit dem Rating für Spanien sei Moody's derzeit zufrieden.

Zypern-Desaster

Das Rettungspaket für Zypern hat die Nervosität an den Finanzmärkten angeheizt. Erstmals in der Krise sollen Sparer einen Beitrag zur Sanierung der Banken leisten. Analysten gehen davon aus, dass dieses Beispiel Schule machen könnte. So könnten auch die Anleger in anderen Schulden-Staaten der Euro-Zone aus Angst um ihre Ersparnisse ihre Konten plündern.

"Wenn das, was gerade auf der Mittelmeerinsel geschieht, das Modell für den Umgang Europas mit Bankenkrisen ist, dann kann das nur heißen, dass überall dort, wo in Zukunft Gerüchte einer Bankenkrise kursieren, Kunden sich sehr gut überlegen werden, ihre Ersparnisse auf Bankkonten zu belassen", schrieb Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. "So könnten aus Gerüchten in Zukunft tatsächliche Probleme entstehen." Europa sei wackliger geworden als noch vor wenigen Wochen und damit auch seine Währung weniger attraktiv.

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