Moody's sagt deutschen Banken harte Zeiten voraus

Moody's sagt deutschen Banken harte Zeiten voraus

"Der Druck auf die Gewinnmargen wird wegen des harten Wettbewerbs und der niedrigen Zinsen hoch bleiben und wahrscheinlich zu einem weiteren Rückgang der ohnehin schwachen Einnahmen und Gewinne führen", sagte die Ratingagentur Moody's in einer am Freitag vorgestellten Studie voraus. Die Aussichten für das deutsche Bankensystem beurteilt die US-Agentur deshalb - wie bereits seit 2008 - negativ.

Im deutschen Drei-Säulen-System mit Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken gibt es so viele Geldhäuser wie in kaum einem anderen Land. Dies führt zu einem extrem harten Wettbewerb, der Kunden zugutekommt, aber den Instituten zu schaffen macht. Vor der Finanzkrise 2008 suchten einige deutsche Banken deshalb ihr Glück im Ausland und verbrannten sich die Finger. Nun konzentrieren sich viele - darunter die Commerzbank und diverse Landesbanken - wieder verstärkt auf ihren Heimatmarkt. Dadurch sinke für die Institute zwar die Ansteckungsgefahr, der Druck auf die Gewinnmarge in Deutschland nehme jedoch weiter zu, warnte Moody's. "Die Zweifel an der Zukunftsfähigkeit einiger Bank-Filialen nehmen zu."

Konjunkturschwäche bringt Sorgen

Moody's rechnet zudem damit, dass die Konjunkturabkühlung und die Euro-Schuldenkrise den Instituten weiter zusetzen werden. Die Konzentration auf konjunkturempfindliche Branchen wie Gewerbeimmobilien und Schifffahrt sowie das Engagement in kriselnden Euro-Staaten mache "deutsche Banken sehr verwundbar", betonte die Ratingagentur, die viele deutsche Großbanken deshalb bereits im Juni herabgestuft hatte.

Die Fähigkeiten deutscher Banken, Risiken wegzustecken, ist aus Sicht von Moody's begrenzt. Die Refinanzierung und Liquiditätsversorgung laufe zwar besser als in die vielen anderen europäischen Ländern, die Kapitalausstattung sei aber weiter mau. "Wir glauben, dass einige deutsche Banken mit ihren Kapitalposition in Stresssituationen anfällig sind."

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