Mindestens 16 Tote bei Anschlag im russischen Wolgograd

Mindestens 16 Tote bei Anschlag im russischen Wolgograd

Die mutmaßliche Islamistin zündete den Sprengsatz vor einem Metall-Detektor am Eingang eines belebten Bahnhofs. 42 Menschen wurden verletzt.

Die Tat weckte Erinnerungen an einen ähnlichen Selbstmordanschlag in der Stadt vor zwei Monaten. Zudem schürte sie die Angst vor weiterer Gewalt vor und während der Olympischen Winterspiele im Februar im russischen Sotschi. Islamisten hatten angekündigt, sie würden das Sportereignis mit allen Mitteln verhindern.

Am 21. Oktober hatte sich eine Selbstmordattentäterin aus der russischen Region Dagestan in einem Linienbus in Wolgograd in die Luft gesprengt und sechs Menschen mit in den Tod gerissen. Am Freitag war in der Stadt Pjatigorsk eine Autobombe detoniert. Dabei wurden drei Menschen getötet.

Präsident Wladimir Putin ordnete an, alle Maßnahmen zu ergreifen, um nach dem Anschlag für Sicherheit zu sorgen. Ein Polizeisprecher sagte, die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen und Flughäfen würden erhöht.

Riesiger Feuerball im Bahnhof

Fernsehbilder zeigten einen riesigen orangen Feuerball im Inneren des Bahnhofs. Aus den zerborstenen Fenstern drang dichter Qualm. Rettungskräfte trugen Opfer aus dem Gebäude. "Überall lagen Menschen, sie schrien um Hilfe", sagte ein Zeuge.

"Ich habe die Explosion gehört und bin rausgelaufen", berichtete ein anderer dem Sender "Rossija-24". "Ich habe geschmolzene, verbogene Metallteile gesehen." In dem Bahnhof war mehr Betrieb als gewöhnlich um diese Zeit, da viele Menschen vor den Feiertagen zum Jahreswechsel unterwegs waren.

Wolgograd hat etwa eine Million Einwohner und liegt gut 900 Kilometer südöstlich von Moskau und rund 700 Kilometer nördlich des Kaukasus' und des Austragungsorts der Olympischen Spiele. In den Kaukasus-Provinzen, zu denen auch Tschetschenien gehört, kämpfen Extremisten für die Errichtung eines islamistischen Staats.

Der Anschlag wirft ein Schlaglicht auf die Effektivität der Sicherheitsvorkehrungen. Es laufen umfangreiche Bemühungen, die Gewalt vor den Spielen einzudämmen. Sie sind ein Prestige-Projekt Putins.

Website zeigt Fotos von "Schwarzer Witwe"

Eine russische Website zeigte Fotos vom Kopf einer getöteten Frau mit langen dunklen Haaren, die als Attentäterin ausgegeben wurde. In der Vergangenheit haben sich immer wieder sogenannte "schwarze Witwen" in die Luft gesprengt. Sie sind die Angehörigen von getöteten Extremisten. Zu der Tat bekannte sich zunächst keine spezielle Gruppe. Aus Ermittlerkreisen verlautete, die Attentäterin stamme vermutlich ebenfalls aus Dagestan.

Der Sprengsatz habe eine Wucht wie eine Bombe aus rund zehn Kilogramm TNT gehabt, erklärte die Polizei. Die Frau sei am Eingang des Bahnhofs gewesen. Polizisten hätten sie als verdächtig eingestuft und sich genähert. Dann habe die Attentäterin ihren Sprengsatz gezündet. Hätte sie dies inmitten der Bahnhofshalle getan, hätte es vermutlich viel mehr Opfer gegeben.

Der stellvertretende Vorsitzende der Veteranenvereinigung der russischen Anti-Terror-Einheit Alfa, Alexei Filatow, sagte, es müsse mit weiteren Anschlägen gerechnet werden. "Gerade jetzt können Terroristen den größten Eindruck schinden." In Sotschi selbst seien die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden, daher würden andere Städte wie etwa Wolgograd ins Visier genommen.

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