Militärische Spenden für Syrien: Wer die Gönner sind...

Militärische Spenden für Syrien: Wer die Gönner sind...

"Bisher ist die Rede von amerikanischen Splitterschutzwesten und Schutzhelmen", sagt der in der Türkei ansässige Oppositionelle Fawaz Zakri. Angesichts der massiven russischen Waffenlieferungen an das Regime in Syrien und an Assad sei dies absolut unangemessen, findet er: "Ich wünschte, die Freunde des Regimes wären ebenso (wenig hilfreich) wie unsere Freunde."

Die von Deserteuren 2011 gegründete Freie Syrische Armee (FSA) wiederholt seit Monaten immer wieder die gleiche Forderung: "Was wir brauchen, sind panzerbrechende Waffen und Flugabwehrraketen." Davor schrecken die USA und Großbritannien jedoch zurück - zu groß ist die Sorge, dass islamistische Terroristen die Raketen in die Finger bekommen könnten.

Allerdings ist inoffiziell ohnehin bereits einiges an schweren Waffen in die syrischen Rebellengebiete unterwegs. Empfänger dieser Lieferungen seien vor allem islamistische Brigaden, berichtete die arabische Tageszeitung "Asharq Al-Awsat". Ihren Informationen zufolge erhielten die Rebellen am 9. Juni insgesamt 250 "Konkurs"-Panzerabwehrraketen aus sowjetischer Produktion "aus einem Land der Region". Den Löwenanteil habe die Ahrar-al-Sham-Brigade erhalten, die für die Gründung eines islamischen Kalifats in Syrien wirbt.

"Es gibt relativ gesicherte Informationen darüber, dass kürzlich auch schwere Waffen geliefert wurden. Diese wurden nicht von den USA geschickt, und sie stammen auch nicht aus amerikanischer Produktion", sagt Samir Nashar, ein führendes Mitglied der oppositionellen Nationalen Syrischen Koalition. Er ist allerdings fest davon überzeugt, "dass die Amerikaner befreundeten Staaten Grünes Licht für die Lieferung dieser hoch entwickelten Waffensysteme gegeben haben".

120 schultergestützte Flugabwehrraketen "Sam-7"

Der arabische TV-Sender "Al-Aan" zeigte diese Woche erstmals Bilder von Transporten mit "militärischen Spenden" der ehemaligen libyschen Revolutionsbrigaden aus Benghazi für die syrischen Revolutionäre. Dem Bericht zufolge schickten die Brigaden ohne Rücksprache mit der Regierung in Benghazi drei Schiffe in die Türkei, von wo aus die Waffen nach Nord-Syrien gebracht worden sein sollen. Außerdem ist die Rede von 27 Flugzeugen mit Waffen aus Libyen an Bord, die seit 2012 in der türkischen Stadt Gaziantep gelandet sein sollen sowie einigen Waffenlieferungen auf dem Luftweg via Jordanien.

Zu den Waffen, die verschickt wurden, gehören angeblich auch 120 schultergestützte Flugabwehrraketen vom Typ "Sam-7", die Libyen aus bulgarischer oder sowjetischer Produktion hatte. In den letzten Kriegswochen waren aus den Waffenlagern der Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi nach Angaben der damaligen Übergangsregierung mehr als 5.000 "Sam-7"-Raketen verschwunden. Der Informant des Senders aus Benghazi betonte, dank der aus Libyen gelieferten Raketen hätten die Revolutionäre in den vergangenen Monaten in Syrien etliche Militärhubschrauber und Kampfflugzeuge abschießen können.

"Vor zwei Tagen sind erneut hoch entwickelte Waffen aus Libyen an den Generalstab der FSA übergeben worden", berichtet der Oppositionelle Zakri. In der vergangenen Woche kamen seinen Angaben zufolge von Saudi-Arabien beschaffte Handfeuerwaffen und Munition für die Revolutionäre in Jordanien und in der Türkei an.

Mindestens so bedeutend wie der Beitrag der Libyer sind die Spenden, die Syriens Rebellen von reichen Arabern aus den Golfstaaten erhalten. Mit diesem Geld, das vor allem aus Saudi-Arabien, Katar und Kuwait kommt, beschaffen sich die Brigaden nicht nur Waffen. Sie bezahlen ihren Kämpfern auch einen "Sold", der oft eine ganze Familie ernährt. Das hat zum Teil auch junge Männer, die bisher wenig Begeisterung für den politischen Islam zeigten, dazu gebracht, sich islamistischen Brigaden anzuschließen.

Die "Washington Post" schrieb diese Woche unter Berufung auf Regierungsvertreter: "Die Tatsache, dass die westlichen Regierungen in den vergangenen zwei Jahren nicht eingreifen wollten, hat dazu geführt, dass private Geber einen übertrieben großen Einfluss auf die Entwicklung des Konfliktes in Syrien haben."

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