Mario Monti setzt auf Experten und schließt Profi-Politiker aus

Mario Monti setzt auf Experten und schließt Profi-Politiker aus

Der zurückgetretene italienische Ministerpräsident Mario Monti arbeitet trotz der Feiertage an den Wahllisten, mit denen sein Zentrumsblock an den Parlamentswahlen am 24. und 25. Februar antreten wird.

Der Wirtschaftsprofessor möchte Profi-Politiker aus den Wahllisten ausschließen und auf Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft setzen. Wirtschaftsexperten, Juristen und Intellektuelle sind die Kandidaten, auf die Monti bauen will, um die italienische Politik zu erneuern.

Zu den möglichen Bewerbern zählen nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" der Wirtschaftsexperte Guido Tabellini, der wie Monti Leiter der angesehenen Mailänder Wirtschaftsuniversität "Luigi Bocconi" war, sowie Andrea Oliviero, Präsident des einflussreichen Verbands katholischer Arbeitnehmer ACLI. Monti will auch auf einige Minister seines zurückgetretenen Fachleutekabinetts zurückgreifen, wie Außenminister Giulio Terzi di Sant'Agata und Landwirtschaftsminister Mario Catania.

Luca Cordero di Montezemolo an Bord, aber nicht direkt

Monti wird jedoch auf den Präsidenten des Sportwagenherstellers Ferrari, Luca Cordero di Montezemolo, verzichten müssen. Dieser erklärte in einem Interview mit "La Repubblica" am Montag, dass seine liberale Bewegung "Italia Futura" zwar dem Zentrumsblock um Monti beitreten werde. Er selbst werde jedoch nicht als Kandidat an den Parlamentswahlen teilnehmen. "Ich werde weiterhin als Unternehmer und Manager arbeiten, werde jedoch den Zentrumsblock aktiv unterstützen", versicherte Montezemolo. Der Manager zeigte sich überzeugt, dass Monti nach den Parlamentswahlen eine zweite Regierung bilden werde. "Monti wird weiterhin Premier sein, weil er für Italien ein starkes Reformprojekt hat", erklärte Montezemolo.

Der Zentrumskoalition um Monti sollen sich auch die christdemokratische UDC sowie die Rechtspartei FLI um den scheidenden Parlamentspräsidenten Gianfranco Fini anschließen. Der 69-jährige Monti war am 21. Dezember zurückgetreten, nachdem die konservative Partei Berlusconis seiner Regierung parteiloser Experten die Unterstützung entzogen hatte. Staatspräsident Giorgio Napolitano machte daraufhin mit der Auflösung des Parlaments den Weg für Neuwahlen frei.

Montis Rücktritt hatte in ganz Europa Sorge über eine mögliche erneute Verschärfung der Schuldenkrise ausgelöst. Monti gilt im Ausland als Garant dafür, dass Italien seinen Sparkurs fortsetzt. In der italienischen Bevölkerung wurde er zuletzt aber unbeliebter.

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