Live-Ticker - Tunis: 3 Tote bei Angriff auf US-Botschaft, 1 Toter im Sudan

Live-Ticker - Tunis: 3 Tote bei Angriff auf US-Botschaft, 1 Toter im Sudan

Die Proteste gegen den Schmäh-Film über den Propheten Mohammed weiten sich immer mehr aus. Im folgenden ein Überblick über die heutigen Ereignisse.

19:09 Uhr: Bei dem Angriff auf die US-Botschaft in Tunis sind dem staatlichen tunesischen Fernsehen zufolge mindestens drei Menschen getötet und 28 verletzt worden.

18:52 Uhr: Mindestens ein Demonstrant ist einem Arzt zufolge bei Protesten vor der US-Botschaft im Sudan ums Leben gekommen.

18.14: Nach Bombendrohungen sind am Freitag in den USA zwei Universitäten evakuiert worden. "Die Hochschule erhielt einen Anruf von einem Mann mit einem Akzent aus dem Nahen Osten, der behauptete, Bomben auf dem gesamten Campus platziert zu haben", sagte ein Sprecher der Universität von Texas in Austin. Der Anrufer habe vorgegeben, mit Al-Kaida in Verbindung zu stehen. Daraufhin seien alle Gebäude geräumt worden. An der Universität sind rund 51.000 Studenten eingeschrieben und weitere 24.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Auch an der staatlichen Universität in Fargo im US-Bundesstaat Nord-Dakota wurden alle Gebäude nach einer Bombendrohung evakuiert. Ob die Anrufe im Zusammenhang mit den Protesten gegen den Schmäh-Film über den Propheten Mohammed stehen, blieb zunächst unklar.

17:56 Uhr: Nigerianische Soldaten schießen in die Luft, um eine Demonstration in der Stadt Jos auseinanderzutreiben

17:47 Uhr: Ein Sprecher der US-Botschaft im Sudan teilt mit, dass alle Demonstranten vom Gelände der Vertretung in Khartum vertrieben wurden.

17:17 Uhr: Demonstranten legen Feuer in amerikanischer Schule in Tunis

17:04 Uhr: Die Proteste in Afghanistan sind dem US-Verteidigungsministerium zufolge bislang friedlich verlaufen. Dank gebühre dafür den Religionsführern, die sich gegen Gewalt ausgesprochen hätten.

16:45 Uhr: In Tunis bricht ein Feuer auf dem Gelände der US-Botschaft aus. Mindestens fünf Demonstranten wurden durch Gewehrschüsse der Polizei verletzt

16:43 Uhr: Die USA entsenden Marineinfanteristen in den Jemen, um die Sicherheit der US-Botschaft zu gewährleisten, teilt das US-Verteidigungsministerium mit.

16:34 Uhr: Im Sudan springen Demonstranten über die Mauer der US-Botschaft. Gewehrfeuer ist zu hören.

Wenige Stunden vorher haben aufgebrachte Demonstranten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum die deutsche Botschaft gestürmt. Die Menge riss das Emblem der deutschen Vertretung nieder und hisste die islamische Flagge, wie Augenzeugen berichteten. Sie warfen Fensterscheiben ein und legten vor dem Haupttor Feuer.

Zuvor hatten rund 5000 Menschen vor der deutschen und der britischen Botschaft gegen den Schmähfilm über den Propheten Mohammed protestiert und versucht, in die Gebäude einzudringen. Aus der Menge wurden Steine geworfen, berichteten Augenzeugen. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Seit Tagen kommt es in zahlreichen islamischen Ländern zu Protesten, vier US-Diplomaten wurden dabei bisher getötet.

Erst am Morgen hatte das Auswärtige Amt erklärt, die Sicherheitsvorkehrungen an den deutschen Botschaften in islamischen Ländern seien wegen der Proteste erneut verschärft worden. Details wollte das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht nennen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle rief die islamische Welt zur Mäßigung auf. "Ich appelliere an die gesamte arabische Welt, jetzt auch zurückzukehren zu friedlichen Protesten und die Kritik an diesem unsäglichen Video auf friedlichem Wege zum Ausdruck zu bringen", sagte er der ARD. Der FDP-Politiker nannte den Film verabscheuungswürdig. Die Regierungen im Nahen Osten forderte der Minister auf, die Botschaften und Konsulate der westlichen Staaten, vor allem aber der USA, zu schützen.

Das in den USA produzierte Amateur-Video stellt den Propheten Mohammed als Homosexuellen, Kinderschänder und Schürzenjäger dar. Bei gewaltsamen Ausschreitungen von Muslimen, die ihre Religion durch den Film beleidigt sehen, waren in den vergangenen Tagen in Libyen vier US-Diplomaten getötet worden. Es kam zu Angriffen auf US-Einrichtungen in Libyen, Ägypten und dem Jemen. Bereits 2006 war es nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung zu einem weltweiten Gewaltausbruch gekommen. Damals kamen im Nahen Osten, Asien und Afrika mindestens 50 Menschen ums Leben.

Auch in Ägypten und im Jemen gingen die Proteste gegen den Schmäh-Film weiter. In Kairo bewarfen Demonstranten Polizisten mit Steinen. Die Sicherheitskräfte stellten sich den aufgebrachten Menschen in den Weg, um die wie eine Festung gesicherte US-Botschaft zu schützen. In Erwartung weiterer Unruhen nach den Freitagsgebeten blockierten Sicherheitskräfte auch in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa die Straßen zur US-Botschaft.

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