Liechtenstein bereitet automatischen Austausch von Steuerdaten vor

Liechtenstein bereitet automatischen Austausch von Steuerdaten vor

Liechtenstein bereitet bilaterale Verhandlungen mit G-5-Staaten für den automatischen Austausch von Steuerdaten vor und will einen weltweiten Standard.

Vaduz. Liechtenstein verabschiedet sich endgültig vom Bankgeheimnis. Das Fürstentum ist bereit, mit anderen Ländern Vereinbarungen zum automatischen Steuerdaten-Austausch abzuschließen. Im Vordergrund stehen dabei Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien sowie Spanien, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Regierungserklärung. Am 21. November werde Liechtenstein zudem die Konvention der OECD und des Europarats zur Amtshilfe in Steuersachen unterzeichnen, die die Grundlage für einen Informationsaustausch in Steuerfragen bildet. Die Organisation ist im Kampf gegen die Steuerhinterziehung dabei, für einen globalen Informationsaustausch einen Standard zu entwickeln.

Internationaler Standard

"Liechtenstein geht davon aus, dass der automatische Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten der internationale Standard der Zukunft sein wird", hieß in der Erklärung. Im Rahmen des Informationsaustauschs melden die Banken Vermögen und Einnahmen ausländischer Kunden an die zuständigen Finanzämter, um der Steuerhinterziehung einen Riegel vorzuschieben. Neben der OECD arbeiteten auch die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) und die EU auf dieses Ziel hin. In der EU wird derzeit angestrebt, den Datenaustausch über Zinserlöse auf alle Kapitalerträge auszuweiten. Dann sollen nicht nur Zinserträge bei Banken, sondern zum Beispiel auch von Investmentfonds und Stiftungen erfasst werden.

Banken mit im Boot

Im Kielwasser eines strikt ausgelegten Bankgeheimnisses hatte Liechtenstein über Jahre ein gemessen an der Größe des Landes bedeutende Finanzbranche aufgebaut. Zu den wichtigsten Anbietern gehören die Liechtensteinische Landesbank, die VP Bank und die LGT Group. Die im Besitz des Fürstenhauses stehende LGT bekam als eines der ersten alpenländischen Geldhäuser die härtere Gangart der Steuerbehörden in Deutschland und anderswo zu spüren: Eine CD mit gestohlenen LGT-Daten brachte 2008 die Steueraffäre um Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel ins Rollen. Reiche Kunden zogen daraufhin Geld aus Liechtenstein ab.

Inzwischen begrüßen aber selbst die Banken den Austausch. "Wenn der automatische Informationsaustausch mit der EU kommt, wird das für uns die Möglichkeiten verbessern, Geld aus EU-Ländern anzuziehen - weil dann wieder rechtliche Sicherheit herrscht", hatte LGT-Chef-Prinz Max von und zu Liechtenstein im Juni im Gespräch mit Reuters gesagt. Dass die Banken hinter dem Datenaustausch stehen, kommt auch in der Regierungserklärung zum Ausdruck. Alle maßgebenden Akteure des Finanzplatzes seien in die Entwicklung der Strategie eingebunden, heißt es.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Finanzbranche sicherzustellen, pocht Liechtenstein darauf, dass der Datenaustausch zu einem weltweiten Standard wird. Auch die Schweizer Regierung hatte im Oktober angekündigt, dass das Land die OECD-Konvention unterzeichnen will. Allerdings müssen das Parlament und möglicherweise auch die Stimmbürger ihre Zustimmung zu dem in der Schweiz immer noch umstrittenen Datenaustausch geben.

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