Libyen: Bewaffnete Brigaden lösen Parlament auf

Libyen: Bewaffnete Brigaden lösen Parlament auf

Die Gewalt in Libyen schwappt wieder hoch: Schwer bewaffnete Männer der Sintan-Brigaden haben das Parlament gestürmt und Geiseln genommen. Sie verkündeten die "Suspendierung des Allgemeinen Nationalkongresses". Nach der von der NATO geführten Befreiung von Diktator Muammar al-Gaddafi kämpfen radikale Gruppen um die Macht im Land.

Nach der jüngsten Gewalt in Libyen hat ein Oberst, der nach eigenen Angaben im Namen der Armee des Landes sprach, eine "Suspendierung" des Parlaments verkündet. Mochtar Fernana verlas am Sonntag eine Erklärung, was von zwei privaten Fernsehsendern ausgestrahlt wurde. "Wir, Mitglieder der Armee und Revolutionäre, verkünden die Suspendierung des Allgemeinen Nationalkongresses", sagte er. Sie nahmen zehn Mitarbeiter des Parlaments als Geiseln. In mehreren Teilen der Hauptstadt war bis spät in die Nacht Gewehrfeuer zu hören.

Zuvor hatten schwer bewaffnete Männer das Parlament in der Hauptstadt Tripolis angegriffen. Nach Schilderungen von Augenzeugen und eines Abgeordneten fuhren die nicht uniformierten Angreifer mit mehreren Fahrzeugen vor dem Gebäude auf. Die Abgeordneten wurden in Sicherheit gebracht. Über dem Parlament stieg Rauch auf.

Nach Angaben von Zeugen handelte es sich bei den Angreifern um Mitglieder der Sintan-Brigaden. Diese hatten am bewaffneten Aufstand gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi teilgenommen, der im Jahr 2011 mit Unterstützung der NATO gestürzt wurde. Die Sintan-Brigaden kontrollieren Gebiete um den Flughafen von Tripolis.

Gefechte in Tripolis und Bengasi

Bei Zusammenstößen in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind zwei Menschen ums Leben gekommen. 55 weitere Personen sind nach Angaben der Behörden am Sonntag verletzt worden.

Es war unklar, ob es zwischen den Vorgängen in Tripolis und den jüngsten heftigen Gefechten im Osten Libyens einen Zusammenhang gab. Unbekannte feuerten Raketen auf den Flughafen der Stadt, hieß es in Armee- und Sicherheitskreisen. Aus Sicherheitsgründen war der Flughafen am Freitag geschlossen worden. Bei Kämpfen zwischen Anhängern von Haftar und Islamisten waren mehr als 70 Menschen getötet worden.

Seit dem Bürgerkrieg 2011 und dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi ist es der Regierung nicht gelungen, sich im gesamten Land Autorität zu verschaffen. Viele ehemalige Rebellengruppen verweigern ihre Entwaffnung.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa