Konklave: Schwarzer Rauch über der Sixtinischen Kapelle

Konklave: Schwarzer Rauch über der Sixtinischen Kapelle

Die erste Abstimmung am Dienstagabend brachte erwartungsgemäß noch kein neues Kirchenoberhaupt, wie der schwarze Rauch über der Sixtinischen Kapelle anzeigte.

Am Mittwoch geht die Wahl mit vier Durchgängen weiter - je zwei am Vormittag und am Nachmittag. Neues Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken wird, wer die Zwei-Drittel-Mehrheit der 115 wahlberechtigten Kardinäle auf sich vereinigt. Der Nachfolger des zurückgetretenen Benedikt XVI. benötigt also mindestens 77 Stimmen.

Bis ein neues Oberhaupt der durch eine Reihe von Skandalen erschütterten Weltkirche gefunden ist, bleiben die hohen Geistlichen unter sich. Sollte der neue Papst am Freitag noch nicht feststehen, legen die Kardinäle am Samstag eine Pause zum Beten und Nachdenken ein. Zu Beginn der geschlossenen Sitzung verpflichteten sie sich zur absoluten Geheimhaltung.

Begonnen hatte das Konklave mit einem Gottesdienst im Petersdom, bei dem die Kardinäle himmlischen Beistand erflehten.

Benedikt war Ende Februar als erstes Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche seit etwa 600 Jahren zurückgetreten. Der 85-Jährige Deutsche hatte die Entscheidung mit seinem fortgeschrittenen Alter begründet. Benedikt wurde 2005 in knapp 24 Stunden gewählt. Diesmal wird mit deutlich mehr Wahlgängen gerechnet. Die letzten neun Papstwahlen dauerten im Schnitt drei Tage, keine länger als fünf.

Zuletzt im Gespräch als neues Kirchen-Oberhaupt waren vor allem der Italiener Angelo Scola, der Brasilianer Odilo Scherer, der Kanadier Marc Ouellet, der US-Amerikaner Sean O'Malley sowie der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn. Mit Scola würde erstmals seit 35 Jahren wieder ein Italiener an die Spitze der Kirche rücken. Scherer, der deutsche Vorfahren hat, wäre seit dem im achten Jahrhundert amtierenden Syrer Gregor III. der erste Nicht-Europäer auf dem Stuhl Petri.

Neuer Papst soll auch ein guter Manager sein

Kardinaldekan Angelo Sodano dankte Benedikt unter dem Beifall der Kardinäle für sein "leuchtendes Pontifikat". Er forderte die Gläubigen auf, dafür zu beten, "dass der Herr uns einen Papst geben wird, der diese edle Mission mit einem großzügigen Herzen annimmt".

Der mexikanische Kardinal Norberto Rivera Carrera verwies in einem Zeitungsinterview auf die vielfältigen Anforderungen an das neue Kirchenoberhaupt. Manche wünschten einen Theoretiker, andere einen Hirten, dritte schließlich einen guten Manager. Das müsse aber nicht bedeuten, dass ein langes Konklave bevorstehe. "Wir werden uns sehr schnell einig", sagte Carrera der Zeitung "La Stampa".

Wie tief die Kardinäle zum Teil zerstritten sind, ließ sich am Dienstag den italienischen Zeitungen entnehmen. Danach beschuldigte die Nummer zwei der Vatikan-Hierarchie, Tarcisio Bertona, den Brasilianer Jaoa Braz de Aviz, den Medien Kircheninterna zugespielt zu haben. Der Lateinamerikaner habe unter dem Beifall der Kirchenfürsten die Vorwürfe mit der Bemerkung zurückgewiesen, die undichte Stelle sei in der Kurie - der Kirchenverwaltung - zu suchen.

Da die meisten Kardinäle von Benedikt oder von seinem polnischen Vorgänger Johannes Paul II. ernannt wurden, dürfte das neue Kirchenoberhaupt die gleichen konservativen Positionen wie seine beiden Vorgänger vertreten. Kritiker werfen Benedikt und Johannes Paul jedoch vor, die mächtige Kurie nicht im Griff gehabt zu haben. Manche Kirchenvertreter fordern vom neuen Pontifex maximus deshalb auch Manager-Qualitäten.

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