Kommunalwahlen in Italien: Grillo und Berlusconi sind die großen Verlierer

Kommunalwahlen in Italien: Grillo und Berlusconi sind die großen Verlierer

Nach den Stichwahlen am Sonntag und Montag, aus denen die Mitte-Links-Allianz um den italienischen Premier Enrico Letta klar gestärkt hervorgegangen ist, hängt der Haussegen in den beiden anderen stärksten Parlamentsparteien schief.

Die Ergebnisse der Stichwahlen in 67 Gemeinden, zu denen 4,5 Millionen Italiener aufgerufen waren, und die Kommunalwahlen auf Sizilien sind ein schwerer Schlag für die Mitte-Rechts-Partei Volk der Freiheit (PdL) um Silvio Berlusconi und für die Protestbewegung Fünf Sterne um den Starkomiker Beppe Grillo. Vor allem auf Sizilien, Hochburg des Medienzaren, musste Berlusconis Gruppierung schwere Stimmenverluste hinnehmen.

"Wenn Berlusconi sich nicht persönlich im Wahlkampf engagiert, verlieren wir", gab die PdL-Spitzenpolitikerin und Ex-Bildungsministerin Maria Stella Gelmini zu. Die Pro-Berlusconi-Zeitung "Libero" meinte auch, man habe die falschen Kandidaten ausgewählt. Es sei Zeit, die Partei tief greifend zu erneuern. Bis Juli werde er eine neue Partei aus der Taufe heben, kündigte Berlusconi laut seinen engsten Mitarbeitern an. Dabei will Berlusconi vor allem den Namen der Gruppierung ändern.

Schwere Stimmenverluste bei den Teilkommunalwahlen und auf Sizilien musste auch Grillos Fünf-Sterne-Bewegung hinnehmen. Nur acht Monate nach den Regionalwahlen auf der Insel, bei denen die Protestbewegung zur stärksten Einzelgruppierung avanciert war, verschaffte sich lediglich der Grillo-Kandidat Federico Piccitto in der sizilianischen Stadt Ragusa mit 15 Prozent der Stimmen den Einzug in die Stichwahlen.

Als "dramatisches Ergebnis für Italien" bezeichnete Grillo die Resultate der Stichwahlen und der Kommunalwahlen auf Sizilien. Der Starkomiker gerät wegen seines als herrisch geltenden Führungsstils parteiintern unter Druck. Die Senatorin der Protestbewegung, Adele Gambaro, machte Grillos despotisches Verhalten für die Wahlschlappe verantwortlich. "Wir zahlen einen hohen Preis für seine Kommunikationsart und seine ständigen verbalen Angriffen", klagte Gambaro.

Grillo rief die Senatorin auf, die Gruppierung zu verlassen. Er kündigte ein Referendum im Internet an, bei dem sich seine Anhänger über seine Führung äußern sollen. "Ich will begreifen, was die Bewegung von den Aussagen Gambaros denkt, ob ich wirklich das Problem bin", sagte der 63-Jährige. Aus Protest gegen Grillo hatten zwei Parlamentarier vergangene Woche die Gruppierung verlassen.

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