Kirch-Prozess: Deutsche Bank wollte anscheinend sanieren und kassieren

Kirch-Prozess: Deutsche Bank wollte anscheinend sanieren und kassieren

Harte Bandagen für die Deutsche Bank im Kirch-Prozess: Das Oberlandesgericht München hält es für "sehr wahrscheinlich", dass der einstige Vorstandschef Rolf Breuer den 2002 ums Überleben kämpfenden Medienkonzern von Leo Kirch gezielt unter Druck gesetzt habe.

Schlechte Karten für die Deutsche Bank : Aus Sicht des Oberlandesgerichts München hat Ex-Bankchef Rolf Breuer bei seinem umstrittenen TV-Interview zur mangelnden Kreditwürdigkeit des danach Pleite gegangenen Medienunternehmers Leo Kirch konkrete Ziele verfolgt. Es sei sehr wahrscheinlich, dass er Druck auf Kirch habe ausüben wollen. Das angeschlagene Medien-Imperium sollte unter das "Schutzschild" von Deutschlands größtem Geldhaus schlüpfen, also unter Federführung der Bank umstrukturiert werden. Das geht aus einem bislang unveröffentlichten Beschluss des Gerichts von Anfang September hervor, der Reuters am Montag vorlag. Für das Frankfurter Institut wäre ein solches Mandat ein überaus lukrativer Auftrag gewesen.

Seit dem Interview vor mehr als zehn Jahren streiten Kirch beziehungsweise mittlerweile seine Erben erbittert vor Gericht um Schadenersatz in Milliarden-Höhe. Vergleichsversuche waren zuletzt erst wieder gescheitert. Die Kirch-Seite wirft Breuer vor, mit abfälligen Äußerungen die Insolvenz ausgelöst zu haben. Es wird ein Plan unterstellt, eine Art Verschwörung gegen Kirch. Die Bank bestreitet dies. Breuer hatte in dem Prozess seine Worte bedauert und von einem Unfall gesprochen. Aus seiner Sicht war die Kirch-Gruppe, die damals ein großes Rad mit Pay-TV und frei empfangbaren Sendern wie ProSieben und Sat.1 sowie im Handel mit Filmen und Sportrechten drehte, überschuldet und scheiterte wegen unternehmerischer Fehlentscheidungen.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa