Keine Streiks auf deutschen Flughäfen über Ostern

Keine Streiks auf deutschen Flughäfen über Ostern

Gute Nachricht für Reisende, die über Ostern nach Deutschland fliegen wollen: Die Gewerkschaft Verdi wird auf Streiks auf deutschen Flughäfen in den nächsten Tagen verzichten.

Oster-Reisende können aufatmen: Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa will die Gewerkschaft Verdi auf Warnstreiks an den Flughäfen in den nächsten Tagen verzichten. Aus Rücksicht auf die Passagiere werde dazu nicht über die Osterferien aufgerufen, hatte die Gewerkschaft am späten Freitagabend nach der zweiten Runde der Verhandlungen mitgeteilt. Am Donnerstag hatte ein Warnstreik die Lufthansa ins Chaos gestürzt - 700 von 1800 Flügen fielen aus, darunter so gut wie alle Flüge innerhalb Deutschlands und ins europäische Ausland.

Keine Annäherung

Die Tarifverhandlungen haben nach Angaben von Verdi trotz der jüngsten Warnstreiks keine Annäherung gebracht. "Wir liegen weit auseinander", hieß es. Die Lufthansa habe zwar für die dritte Runde am 17. April ein Angebot zu Beschäftigungssicherung und Entgelt zugesagt. "Wir sind allerdings sehr skeptisch, dass dieses Angebot ausreichend sein wird." Damit seien Warnstreiks vor der dritten Runde nicht ausgeschlossen. Lufthansa wollte sich zu den Verhandlungen nicht äußern.

Verdi fordert für die rund 33.000 Lufthansa-Beschäftigten 5,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und Zusagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Die Lufthansa will angesichts sinkender Gewinne, Stellenabbau und Standortschließungen eine Nullrunde durchsetzen. Verhandelt wird über die Gehälter der Beschäftigten bei Lufthansa Cargo, der Catering-Tochter LSG, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems sowie der Lufthansa-Mitarbeiter am Boden und in der Kabine.

Konzernspitze wird umgebaut

Unterdessen wird Personalvorstand Stefan Lauer die Airline zum 30. Juni verlassen, wie Reuters von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen erfahren hat. Als Personalchef ist Lauer auch für die Verhandlungen mit den Gewerkschaften zuständig. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" sollen für ihn gleich zwei Manager nachrücken. Lauer betreut zurzeit neben seinem Hauptjob auch noch Beteiligungen wie Swiss, Austrian Airlines oder Brussels Airlines. Diese Aufgabe soll dem Magazin zufolge künftig abgespalten und von einem zusätzlichen, fünften Vorstandsmitglied übernommen werden. Die besten Chancen habe Swiss-Chef Harry Hohmeister, ein enger Vertrauter von Lufthansa-Boss Christoph Franz.

Wer im obersten Führungsgremium künftig Personalfragen vertritt, entscheidet sich zwischen dem Tarifexperten Peter Gerber und der ehemaligen Bahn -Managerin Bettina Volkens, so der "Spiegel". Einzelheiten sollen auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung noch vor dem nächsten regulären Treffen Anfang Mai beschlossen werden. Lufthansa lehnte einen Kommentar dazu ab.

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