Keine Rückkehr nach Russland: Khodorkovski will Freiheit nicht aufs Spiel setzen

Keine Rückkehr nach Russland: Khodorkovski will Freiheit nicht aufs Spiel setzen

Der nach zehn Jahren aus dem Strafgefangenenlager entlassene frühere reichste Mann Russlands wagt es wegen einer immer noch gültigen Geldstrafe über 400 Millionen Euro nicht, nach Russland zurückzukehren.

"Nach zehn Jahren Haft ist das ein unglaubliches Gefühl der Freiheit", sagte der am Freitag aus dem Strafgefangenenlager entlassene Kreml-Kritiker Michail Khodorkovski. Er sei allen dankbar, die geholfen hätten, damit er das Straflager verlassen könne. "Das Wichtigste ist jetzt: Freiheit, Freiheit, Freiheit."

Diese Freiheit will der ehemalige Ölmagnat auch nicht wieder leichtfertig aufs Spiel setzen. Zwar hat Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Samstag erklärt, dass Khodorkovski absolut frei sei, nach Russland zurückzukehren, der traut dem Frieden allerdings nicht ganz. Im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin sagte Khodorkovski heute, dass gegen ihn eine immer noch gültige Geldstrafe in Höhe von umgerechnet gut 400 Millionen Euro verhängt sei. Der frühere Chef des Ölkonzerns Yukos war unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Diebstahls verurteilt worden. Jetzt fürchtet er, bei einer Rückkehr nach Russland nicht mehr ausreisen zu dürfen. "Ich kenne meine finanziellen Verhältnisse derzeit nicht", meinte Khodorkovski. "Das Geld reicht mir zum Leben." Fußballvereine werde er ebenso wenig kaufen wie die russische Opposition gegen Putin finanzieren. Er kündigte aber an, sich für andere Häftlinge in Russland einzusetzen. "Es gibt noch viel zu tun, die Freilassung der Geiseln, die noch im Gefängnis sind, vor allem Platon Lebedew." Lebedew war Geschäftspartner des einstigen Ölmilliardärs, der mit ihm unter anderem wegen Steuerbetrugs verurteilt worden war. Menschenrechtler haben Khodorkovski bereits eine führende Rolle beim Aufbau der Zivilgesellschaft in Russland angeboten.

Khodorkovsky will kein Politiker sein

Der aus dem Straflager freigelassene russische Regierungskritiker will nach eigenen Worten nicht in die Politik gehen. Zwar seien an seine Begnadigung keine Bedingungen geknüpft, er habe jedoch Präsident Wladimir Putin in einem Brief erklärt, dass er nicht politisch tätig werden wolle. Auch um eine Rückgabe seiner Anteile an dem zerschlagenen Ölkonzern Yukos wolle er nicht kämpfen.

Wie viel Geld der einst reichste Mann Russlands noch hat weiß derzeit niemand genau. In russischen Medien kursierte die unbestätigte Summe von 200 Millionen Euro. Seine Juristen stellten jedenfalls klar, dass Khodorkovski kein Milliardenvermögen mehr habe. Das sagten sie aber möglicherweise auch mit Blick auf die immensen Forderungen des russischen Staates, der Khodorkovski in umstrittenen Verfahren wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Öldiebstahls hat verurteilen lassen.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa