Karstadt stellt einzelne Filialen auf den Prüfstand

Karstadt stellt einzelne Filialen auf den Prüfstand

"Karstadt evaluiert sein Filial-Portfolio in Deutschland permanent", teilte der Konzern am Dienstagabend mit und reagierte damit auf einen Medienbericht, wonach Karstadt sein Warenhaus in Stuttgart schließen wolle. Das Management habe aber aktuell noch "keine Entscheidung getroffen, irgendeine Filiale zu schließen", hieß es weiter. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor erneut Zusagen der Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen und Rene Benko gefordert, dass der kriselnde Warenhausriese nicht zerschlagen wird.

Karstadt überprüfe laufend das Filial-Netz, um Produktivität und Profitabilität zu erhöhen, erklärte ein Karstadt-Sprecher weiter: "Dies ist Teil unserer Strategie." Das Branchen-Magazin "TextilWirtschaft" hatte zuvor berichtet, das Karstadt-Flaggschiff in Stuttgart solle komplett geschlossen werden. Immobilienspezialisten würden bereits die Neuentwicklung des defizitären Warenhauses in ein Geschäftshaus mit mehreren Mietern planen. Die Warenhaus-Immobilie in Stuttgart gehöre dem Immobilienkonzern Signa des österreichischen Investors Rene Benko. Signa hatte 2012 für mehr als 1,1 Milliarden Euro die Immobilien von 17 Karstadt-Warenhäusern erworben. Im September kündigte Benko dann die Übernahme der Mehrheit auch des operativen Geschäfts der Luxus-Warenhäuser, zu denen etwa das ertragreiche KaDeWe in Berlin gehört, sowie der Mehrheit an Karstadt-Sport an. Die übrigen Warenhäuser gehören weiter dem Milliardär Nicolas Berggruen. Im Gegenzug fließen aus den Signa-Kassen 300 Millionen Euro, die in die gesamte Gruppe investiert werden sollen - also auch in Benkos Eigentum.

Verdi fürchtet die Zerschlagung Karstadts und verhandelt mit dem Management. "Wir brauchen klare Aussagen Bernkos und Berggruens zur Zukunft der ganzen Karstadt-Gruppe", hatte Verdi-Verhandlungsleiter Arno Peukes erst am Nachmittag nach einer neuen Gesprächsrunde mit Karstadt-Managern gesagt. Die Gewerkschaft will dabei in erster Linie Zusicherungen erhalten, dass der Warenhausriese als Ganzes mit allen Standorten und Beschäftigten erhalten wird. Zudem geht es um eine Rückkehr Karstadts zum Flächentarifvertrag - das Management hatte eine "Tarifpause" bis 2016 verkündet, um sich künftige millionenschwere Lohnerhöhungen für zu sparen. Die Gespräche mit dem Karstadt-Management sollen nun vom 11. bis zum 14. November fortgesetzt werden, sagte Peukes. "Notfalls müssen wir unsere Forderungen durch Aktionen bekräftigen", kündigte Verdi an.

Die rund 20.000 Beschäftigten fürchteten um die Zukunft des Kaufhof -Konkurrenten Karstadt, beklagte Verdi. Es fehlten zentrale Informationen über die Pläne Benkos und Berggruens, sagte Peukes. Das Management habe sich in den Gesprächen auch nicht zur Zukunft der Stuttgarter Karstadt-Filiale mit rund 500 Beschäftigten und knapp 20.000 Quadratmetern Einkaufsfläche geäußert.

Karstadt segelt in unruhigem Fahrwasser. Der zum Jahresende ausscheidende Karstadt-Chef Andrew Jennings hatte dem Warenhausriesen etwa bescheinigt, bei seiner Sanierung noch nicht über den Berg zu sein. Die Wegstrecke, die Karstadt vor sich habe, sei "weiter herausfordernd", bilanzierte Jennings Anfang September. Karstadt hatte sich zur Sanierung einen Umbau verordnet, dabei wurden auch 2000 Stellen abgebaut. Der Einstieg Benkos ins operative Geschäft hatte auch Spekulationen über eine "Warenhaus-Union" neu befeuert. Benko hatte wie auch Berggruen bereits erfolglos versucht, die Metro -Tochter Kaufhof zu übernehmen. Metro-Chef Olaf Koch hatte dem Kaufhof jüngst eine Wertsteigerung bescheinigt und erneut signalisiert, dass die Kette wohl nicht auf Dauer unter dem Metro-Dach bleiben werde.

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