Jean-Claude Juncker ortet zunehmend antieuropäische Stimmung

Jean-Claude Juncker ortet zunehmend antieuropäische Stimmung

Jean-Claude Juncker sagte dem Bonner "General-Anzeiger": "Die im Zuge von Rettungsaktionen hochkommenden Nationalismen zeigen, wie fragil die europäische Konstruktion trotz der Erfolge der vergangenen Jahrzehnte ist."

"Ich habe immer vermutet, dass unter der Oberfläche noch vieles brodelt", sagte er. Doch das Ausmaß der aktuellen Reaktionen überrasche ihn.

Den ursprünglichen Plan, in Zypern auch Kleinanleger für die Sanierung des Landes zahlen zu lassen, nannte Juncker "eine Ungeschicklichkeit größeren Ausmaßes". Das Vertrauen in das Bankensystem sei damit europaweit beschädigt worden, kritisierte der frühere Vorsitzende der Euro-Gruppe.

Führende deutsche Unionspolitiker widersprachen unterdessen dem amtierenden Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, der die Beteiligung von Banken-Gläubigern an der Sanierung Zyperns als ein Modell für künftige Hilfsaktionen in Europa bezeichnet hatte. Unionsfraktionsvize Michael Meister sagte der "Rheinischen Post": "Das Modell Zypern lässt sich nicht einfach eins zu eins auf ganz Europa übertragen. Zypern ist ein Spezialfall."

Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Barthle, sagte derselben Zeitung: "Ich habe größte Bedenken, das Vorgehen in Zypern zum Modell für ganz Europa zu machen." Das könnte das Bankensystem in Europa nicht verkraften, warnte Barthle.

Kern des verabredeten Hilfskonzeptes für Zypern ist es, Anleger mit Bankeinlagen von über 100.000 Euro für die Sanierung des überdimensionierten Bankensektors mit zur Kasse zu bitten. Gerüchten zufolge soll die Zwangsabgabe für Einlagen über dieser Summe bis zu 40 Prozent betragen.

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