Japans Wirtschaftsmotor springt wieder an

Japans Wirtschaftsmotor springt wieder an

Die bereits hohen Erwartungen in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung Japans werden in vielen Fällen noch übertroffen. Nach dem bereits boomenden Export springt nun auch die Binnennachfrage an, wie Experten sagen. Die Kassen sind also so gut gefüllt wie seit zehn Jahren nicht mehr - aber jetzt wartet das verdiente Geld darauf, investiert zu werden.

Das aber ist auch Teil des Problems. Die jüngsten Daten der Regierung zum Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal aus Japan waren hinter den Erwartungen zurückgeblieben, allerdings wurde die Aufwärtsbewegung im dritten Folgequartal fortgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 2,6 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorquartal. Im Mittel hatte eine Befragung von 32 Ökonomen durch Bloomberg News eine Erwartung von 3,6 Prozent ergeben.

Im sechsten Quartal in Folge haben die Unternehmen allerdings ihre Ausgaben gekürzt, und zwar im Jahresvergleich um 0,4 Prozent, wie aus dem Bericht über das BIP hervor ging.

Unternehmensgewinne steigen

Nahezu alle im Nikkei 225 versammelten Unternehmen, die bereits vorgelegt haben, verzeichneten Gewinnsteigerungen. Im Mittel stieg der Gewinn um 103 Prozent und lag um 16 Prozent über den mittleren Erwartungen - und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Unter den deutlich über den Erwartungen bilanzierenden Unternehmen finden sich Konzerne aus verschiedenen Branchen wie Toyota und Sony bis hin zum Kosmetikkonzern Shiseido und dem Stahlkocher Kobe Steel.

Breite und Stärke des Gewinnwachstums deuten darauf hin, dass die japanischen Unternehmen über das Geld zur Ankurbelung der Wirtschaft verfügen - über Dividendenzahlungen, Investitionen und höhere Gehälter. Sie würden damit die Bemühungen des Ministerpräsidenten Shinzu Abe, die seit fast zwei Jahrzehnten andauernde Stagnation im Lande zu beenden, wesentlich erleichtern. Bislang stehen aber die mangelnden Investitionen davor.

“Das erste Quartal hat durchaus für einen schwungvollen Jahresstart gesorgt”, stellte der Fondsmanager Takashi Aoki von Mizuho Asset Management fest, “es wird mit Sicherheit auch wieder mehr Investitionen geben und das wird die Wirtschaft weiter anschieben”.

Unternehmen profitieren von "Abenomics"

Japanische Unternehmen profitieren sowohl von der ultralockeren Geldpolitik im Lande als auch von den Bemühungen der Politik zur Schwächung des Yen. Ein gegenüber den wichtigen Weltwährungen nachgebender Yen erleichtert die Exporte japanischer Unternehmen in ausländische Absatzmärkte. Mit seinem Wertverlust von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr werden Autos, Maschinen, Elektrogeräte und andere Produkte im Ausland wettbewerbsfähiger.

Es waren auch die Exporteure, die die größte Erholung am Aktienmarkt seit 2005 getragen haben, was die Verbraucher wieder zu mehr Ausgaben bewogen hat, wie Ökonom Toshihiro Nagahama, vom Dai-Ichi Life Research Institute in Tokio sagt. “Gewinne bei Einzelhändlern profitieren von den steigenden Kursen am Aktienmarkt, denn es gibt bei Aktionären einen Wohlstandseffekt”, sagt er.

Die Verbraucherpreise in Japan sind im Juni so schnell gestiegen wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Stützungsmaßnahmen von Abe und der japanischen Notenbank verursachten einen Yen-Rutsch, der zu steigenden Importkosten führte.

Starkes Jahresendgeschäft wird erwartet

“Die Leute leisten sich vermehrt Dinge, die etwas besser sind als das, was sie sich normalerweise kaufen”, sagt Mikihiko Yamato vom Marktforschungsinstitut JI Asia in Tokio. Während zwar die Löhne nicht stiegen, ziehen indes die Boni an, so dass für den Dezember in Japan ein starkes Jahresendgeschäft zu erwarten sei.

Das Wirtschaftswachstum war im abgelaufenen Quartal vornehmlich getrieben vom privaten Verbrauch, den öffentlichen Ausgaben und den Exporten, wie aus den Regierungsangaben hervor ging.

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