IWF sieht Risiko, dass große Banken weiter geschont werden

IWF sieht Risiko, dass große Banken weiter geschont werden

Zu diesem Urteil ist der Internationale Währungsfonds (IWF) aus Washington in einer Studie gekommen. In einigen Regionen verzögerten die Reformmaßnahmen im Finanzsektor einen “Neustart” zu einem sichereren Wirtschaftssystem, erklärte der IWF am Dienstag.

Es bestehe nach wie vor das Risiko, dass Institute, die zu groß seien, um Pleite gehen zu können (Too-Big-To-Fail), weiter geschont werden und dass einige bankenähnliche Aktivitäten in das Schattenbankensystem abwandern würden, schrieb der IWF in der Studie. “Die Daten signalisieren, dass die Finanzsysteme immer noch zu komplex sind, die Bankenaktiva sind konzentriert und es bestehen starke inländische Interbank-Verbindungen”, schrieb die in Washington beheimatete Institution in der Studie. Zudem sei das Thema ’too-important-to-fail’ (zu wichtig für einen Bankrott) noch ungelöst.

Derzeit sind die USA immer noch mit der Umsetzung des im Jahr 2010 beschlossenen Dodd-Frank-Gesetzes beschäftigt, mit dem das Land auf die Finanzkrise reagierte. Die Europäische Union (EU) will eine einzige Bankenaufsicht schaffen, indem sie der Europäischen Zentralbank (EZB) die Aufsichtskompetenz über die Banken im Euroraum erteilt.

Nach Ansicht des IWF ist das Finanzsystem aufgrund der größeren wechselseitigen Verbindungen und der Rolle des Schattenbankensystems nicht sicherer als vor der Krise. Besondere Sorge bereitet dem IWF die als zu groß für eine Pleite geltenden Banken (too-big-to-fail-banks).
“Insgesamt bleiben Risiken im Finanzsystem”, schrieb die Experten des Fonds im Rahmen des Berichts zur weltweiten Finanzstabilität. “Besonders besorgniserregend ist die zunehmenden Größe von Finanzinstituten, die größere Konzentration und die Vernetzung der Finanzsysteme am Heimatmarkt sowie die anhaltende Bedeutung von Nicht-Banken bei der Intermediation insgesamt.”

Große Institute werden noch größer

Der IWF sieht nach wie vor die Gefahr, “dass in einigen Märkten große Institute noch größer und noch stärker konzentriert werden und dass diese wenigen weltweiten Institute noch einflussreicher werden”. Dadurch werde das Problem der Too- Big-To-Fail-Banken nur weiter verankert.

Der heute veröffentlichte Bericht des IWF nimmt eine kritischere Haltung als eine von IWF-Mitarbeitern am 11. September veröffentlichte Studie ein.
Die Finanzkrise habe zu noch größeren und noch stärker miteinander verwobenen Bankengruppen und Finanzinstituten geführt, erklärte der IWF. “Die von offizieller Seite angeregten Fusionen, die Verstaatlichung von Banken und die Ausweitung von staatlichen Garantien, die Teil der Krisenmanagement-Strategien waren, nähren immer noch die Vorstellung, dass einige Banken zu wichtig sind, um Pleite gehen zu können, was potenziell die Glaubwürdigkeit eines so genannten Bail-Ins (der Pflicht zur Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital im Krisenfall) unterminiert”, kritisierte der IWF. “Diese Interventionen könnten zu mehr statt zu weniger Konzentration führen.”

Die neuen Eigenkapitalvorschriften des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht sollten “die Institute in die Lage versetzen, schwierige Zeiten besser zu verkraften”, könnten aber auch unbeabsichtigte Folgen haben, sagte der IWF. So könnten diese zu einer Verlagerung bestimmter Aktivitäten in den Nicht-Banken-Sektor, für den solche Standards nicht gelten, führen.

Der IWF warnte, dass wichtige Elemente der Finanzreformen noch nicht umgesetzt seien. Per 4. September waren 131 Dodd- Frank-Vorschriften abgeschlossen, während 132 Anforderungen noch nicht von den Aufsichtsbehörden vorgeschlagen waren, ergab eine Studie von Davis Polk & Wardwell LLP über die Fortschritte bei der Umsetzung des Gesetzes.
In einer Rede am Montag hatte die geschäftsführende Direktorin des IWF, Christine Lagarde, die Politiker in Europa gedrängt, ihre Pläne für eine Bankenunion umzusetzen. “Wir sind weiterhin der Ansicht, dass dies so bald wie möglich angegangen werden soll - um den Teufelskreis zwischen Banken und Staat zu durchbrechen.”

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