IWF-Chefin Lagarde: "Krise nicht vorbei"

IWF-Chefin Lagarde: "Krise nicht vorbei"

Die "Mission" zur Krisenbewältigung sei laut IWF-Chefin trotz beendeter Hilfsprogramme einzelner Länder noch nicht erfüllt. Die Kreditvergabe verläuft in einigen Ländern noch immer schleppend. Die Ukraine benötige rasch finanzielle Hilfe Milliardenhöhe.

Berlin Die Schuldenkrise in Europa ist nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) trotz der wirtschaftlichen Erholung noch nicht ausgestanden. "Einige Länder haben die Hilfsprogramme erfolgreich beendet", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). "Aber das heißt nicht, dass die Krise vorbei und unsere Mission erfüllt ist."

Vor allem in den Südländern des Euroraums hätten es Unternehmen deutlich schwerer, Kredite zu bekommen.

"Außerdem bringen die dauerhaft niedrigen Inflationsraten zusätzlich Risiken mit sich", fügte Lagarde hinzu. Die Europäische Zentralbank (EZB) rief sie dazu auf, "weiterhin Wachstumsimpulse" zu geben. In der Pflicht seien aber insbesondere die Regierungen. "Vor allem muss die Wettbewerbsfähigkeit der Länder verbessert werden. Hier geht es zum Beispiel um Strukturreformen auf den Arbeitsmärkten", sagte die IWF-Chefin.

Dem Blatt zufolge warnte sie Deutschland davor, sich auf seiner wirtschaftlichen Führungsrolle auszuruhen. "Der eingeschlagene Weg in der Rentenreform sollte weiterverfolgt und nicht abgebrochen werden. Insbesondere dort, wo die Lebenserwartung weiter steigt", sagte sie. "Das sind Hausaufgaben für alle europäischen Länder, inklusive der Klassenbesten."

Ukraine braucht viel Geld

Stellung nahm Lagarde auch zum Finanzbedarf der Ukraine, der bei weitem nicht gedeckt sei. "Die Ukraine braucht weitaus mehr als 17 Milliarden Dollar" , sagte Lagarde dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). Erforderlich seien bilaterale Hilfen aus dem Ausland und Finanzhilfen von anderen internationalen Finanzinstitutionen.

Die internationale Gemeinschaft habe "da gar keine Wahl", sagte die IWF-Chefin. Die Krise in der Ukraine sei eine Gefahr, die nur sehr schwer messbar sei und deren "Ansteckungsgefahr für andere Länder man kaum vorhersagen kann", warnte Lagarde. "Dennoch kann das schwerwiegende ökonomische Folgen haben."

Der IWF-Verwaltungsrat hatte Anfang Mai zur Stabilisierung der Ukraine 17 Milliarden Dollar (12,34 Milliarden Euro) an Krediten bereitgestellt. Die Kredite des IWF sollen der Ukraine über einen Zeitraum von zwei Jahren zur Verfügung gestellt werden. Eine erste Tranche von 3,2 Milliarden Dollar soll umgehend ausgezahlt werden. Die politisch und wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine ist nach Angaben der im Februar an die Macht gelangten Übergangsregierung vom Bankrott bedroht.

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