Italien im Würgegriff der Rezession: Vier Millionen Arme, jeden Tag 615 mehr

Italien im Würgegriff der Rezession: Vier Millionen Arme, jeden Tag 615 mehr

Die Zahl der Menschen, die als "absolut arm" eingestuft werden, wird in Italien dieses Jahr die Schwelle von vier Millionen überschreiten, das entspricht sechs Prozent der Bevölkerung, wie aus einem neu veröffentlichten Bericht des Kaufleuteverbandes Confcommercio hervorgeht. 2006 lag dieser Wert noch bei 3,9 Prozent.

Seit Beginn der Krise vor fünf Jahren sei die Zahl der Armen um 615 Personen pro Tag gestiegen. Eine Verschlechterung der Lage sei noch im laufenden Jahr zu erwarten, hieß es weiter.

Confcommercio rechnet damit, dass der Konsum im Laufe dieses Jahres um 2,4 Prozent zurückgehen wird. Bisher war der Verband von einem Rückgang von nur 0,9 Prozent ausgegangen. Im Zeitraum zwischen 2007 bis Ende 2014 werde der Konsumverlust pro Kopf 1.700 Euro betragen, berichtete Mariano Bella, Direktor des Confcommercio-Statistikbüros. Dabei handle es sich um den schlimmsten Konsumrückgang in der republikanischen Geschichte Italiens. Allein 2012 sei die Nachfrage um 4,3 Prozent gesunken.

Confcommercio beobachtet mit Sorge die Wirtschaftsentwicklung in Italien. Bis Jahresende rechnet der Verband mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,7 Prozent. Confcommercio war in seinem vor fünf Monaten veröffentlichten Bericht noch von einem Minus von 0,8 Prozent ausgegangen. Mit einer leichten Besserung ist erst 2014 zu rechnen. Im kommenden Jahr sollte es zu einem Wirtschaftswachstum von 1 Prozent kommen. Wirtschaftsminister Vittorio Grilli hatte am Donnerstag einen BIP-Rückgang von 1,3 Prozent im laufenden Jahr vorausgesagt.

Die Krise wirkt sich negativ auf die Unternehmen aus. 90.000 Betriebe seien in den Jahren 2013-2014 allein im Handel und im Dienstleistungsbereich zugrunde gegangen. "Es ist, als wäre unser Wirtschaftssystem auf ein Niveau wie vor 13 Jahren gesunken", erklärte Confcommercio-Präsident Carlo Sangalli.

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