Italien steckt tief in der Rezession

Italien steckt tief in der Rezession

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt tief in der Rezession und kämpft gegen hohe Schulden und wachsendes Misstrauen der Finanzmärkte.

"Das Bruttoinlandsprodukt wird bestenfalls nur um 2,4 Prozent sinken, wahrscheinlich wird es aber noch etwas mehr sein", betonte der Chef des größten Unternehmerverbandes Confindustria, Giorgio Squinzi, am Donnerstag auf einer Konferenz in Rom. "Ich finde es schwer, eine Besserung für das zweite Halbjahr auszumachen."

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt tief in der Rezession und kämpft gegen hohe Schulden und wachsendes Misstrauen der Finanzmärkte. Regierungschef Mario Monti steuert mit einem harten Sparprogramm dagegen und brachte jüngst die Möglichkeit von EU-Hilfen für sein Land ins Spiel. Italien gilt als nächster Wackelkandidat, der als sechstes Land auf ein Rettungspakt seiner Euro-Partner angewiesen wäre.

Zentralbankchef Ignazio Visco hatte am Sonntag erklärt, die Wirtschaft werde im laufenden Jahr um 2,0 Prozent schrumpfen. Die Regierung rechnet nach bisheriger Schätzung mit einem Minus von 1,2 Prozent. Der neue Finanz- und Wirtschaftsminister Vittorio Grilli sagte dazu am Donnerstag im Senat: "Wir haben unsere Prognosen noch nicht gemacht, aber wir betrachten das, was die Bank von Italien sagt, immer mit größtem Respekt."

Wegen des mangelnden Vertrauens der Finanzmärkte musste Italien zuletzt für seine Schuldenaufnahme immer mehr Geld zahlen. Zentralbankchef Visco hatte betont, die hohen Risikoaufschläge von zehnjährigen italienischen Staatsanleihen zu deutschen seien durch die Wirtschaftsdaten nicht gerechtfertigt. Am Donnerstag gab es zur Abwechslung mal gute Nachrichten: Italien sammelte 7,5 Milliarden Euro ein und musste Investoren für einjährige Geldmarktpapiere nicht mehr so hohe Zinsen bieten wie zuletzt. Die Rendite sank mit 2,69 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Mai, vor einem Monat waren es noch 3,97 Prozent. Am Freitag kommt es zur nächsten Nagelprobe: Dann will Italien sich bis zu 5,25 Milliarden Euro leihen und dafür dreijährige Bonds und einige noch länger laufende Papiere platzieren.

Daten-Veröffentlichungs-Stopp?

Wegen der kriselnden Konjunktur und der verunsicherten Märkte blicken Finanzprofis derzeit sehr genau auf Wirtschaftsdaten aus Italien. Hier könnte es bald noch mehr Unsicherheit geben, denn das Statistikamt Istat droht wegen des Sparkurses mit Konsequenzen: "Die Ausgabenkürzungen gefährden die Istat. Ab Januar werden wir keine Statistiken mehr veröffentlichen", kündigte Istat-Präsident Enrico Giovannini in der Zeitung "La Repubblica" an. "Wir werden keine Daten zur Inflation, dem Defizit, Haushaltseinkommen, Arbeitsmarkt veröffentlichen. Das wird sehr hohe EU-Strafen für unser Land auslösen für jeden Tag", warnte Giovannini. Er kritisierte, dass dem Amt 2013 nur noch 150 bis 160 Millionen Euro zur Verfügung stehen statt der bisherigen 176 Millionen Euro.

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