"Italien ist auf ein Niveau wie vor 25 Jahren gesunken"

"Italien ist auf ein Niveau wie vor 25 Jahren gesunken"

Die Wirtschaft sei in Italien auf ein Niveau wie vor 25 Jahren gesunken. Visco appellierte an die Regierung Letta, dringend Maßnahmen zur Wirtschaftsankurbelung zu ergreifen. Wegen der Krise sei der soziale Zusammenhalt im Land gefährdet. Wichtig sei auch eine Senkung des Steuerdrucks, der auf Unternehmen und Löhnen laste.

Eine Konjunkturerholung könnte Ende dieses Jahres möglich sein, meinte Visco. Vieles hänge jedoch von der globalen Wirtschaft und von der Umsetzung von wirtschaftsfördernden Maßnahmen in Europa ab.

Die Arbeitslosigkeit habe sich in Italien gegenüber 2007 fast verdoppelt. Die Jugendarbeitslosigkeit betrage über 40 Prozent, sagte Visco. Die Zahl der Beschäftigten sei um eine halbe Million Personen gesunken. Der Notenbankchef appellierte an die Jugendlichen, sich beruflich selbstständig zu machen und nicht damit zu rechnen, die Arbeitsplätze zu übernehmen, die von der älteren Generation frei werden.

Risikofaktor Banken

Auf einige italienische Banken dürften nach Einschätzung von Visco noch mehr Probleme zukommen. Ursache dafür seien die Schuldenkrise und die daraus resultierende Rezession, sagte Visco am Freitag. Die Bank-Aktionäre müssten sich vermutlich darauf einstellen, an Einfluss zu verlieren und Fusionen mit anderen Geldinstituten zuzustimmen. Möglicherweise müssten sie auch auf Dividenden verzichten. Für einige Institute bestehe "das Risiko, in Schwierigkeiten zu geraten", hieß es weiter.

Unklar war zunächst, auf welche Banken sich Visco bezog. Die Finanzbranche leidet bereits unter vielen faulen Krediten im Zuge der Rezession. In Italien war ihr Volumen zuletzt auf mehr als 130 Milliarden Euro gewachsen. Es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet, obwohl die jüngsten Ergebnisse der beiden größten Kreditinstitute des Landes, UniCredit und Intesa Sanpaolo, im ersten Quartal 2013 einen Rückgang zeigten.

Das EZB-Ratsmitglied ergänzte, die EZB sei bereit, weitere Schritte zu unternehmen. Anfang Mai hatte die EZB den Leitzins im Währungsraum auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt, um der Euro-Zone aus der Rezession zu verhelfen.

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