Italien will Krisen-Banken nicht mehr helfen

Italien will Krisen-Banken nicht mehr helfen

Wirtschaftsminister Fabrizio Saccomanni machte am Wochenende in einem Reuters-Interview deutlich, dass die Regierung anderen angeschlagenen Geldhäusern nicht unter die Arme greifen wolle. Er legte ihnen vielmehr nahe, sich mit Konkurrenten zusammenzuschließen.

Italiens Banken leiden unter einer Dauerrezession, die zu einem Berg fauler Kredit führte. Riskant sind auch ihre großen Bestände an italienischen Staatsanleihen, die im Falle einer neuerlichen Eskalation der Schuldenkrise Löcher in die Bilanzen reißen könnten. Gefährdet sind insbesondere kleine und mittelgroße Institute wie Banca Marche und Carige, von denen viele mit nur sehr dünnen Kapitaldecken ausgestattet sind. Nach Auffassung mancher Analysten sind daher Geldspritzen unumgänglich, notfalls auch vom Staat.

Minister Saccomanni sagte: "Wir glauben, dass diese Banken zur normalen Leistungsstärke zurückgebracht werden können." Es sei allerdings keine ausgemachte Sache, dass sie dazu verstaatlicht werden oder öffentliche Gelder erhalten müssen. Hilfreich könnten auch Fusionen oder Übernahmen in der Branche sein, ergänzte Saccomanni.

Doch dort regt sich bisher keine Bereitschaft unter den beiden Platzhirschen. Ebenfalls in Reuters-Interviews winkten die Chefs von Bank-Austria-Mutter UniCredit und Intesa Sanpaolo ab. UniCredit-Chef Frederico Ghizzoni sagte, er habe derzeit kein Interesse an Akquisitionen in Italien. Sein Intesa-Kollege Enrico Cucchiani äußerte, das Engagement im heimischen Bankensektor solle nicht ausgebaut werden. Intesa ist an der angeschlagenen Banca Marche beteiligt.

4,1 Milliarden Euro an Staatskrediten soll Monte dei Paschi di Siena bekommen, die im vergangenen Jahr durch mehrere Derivategeschäfte knapp eine Milliarde Euro verloren hatte. Dafür muss die Bank aber nun härtere Auflagen erfüllen. Darauf verständigten sich Saccomanni und EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Wenn die verschärften Konditionen im Rettungsplan berücksichtigt seien, werde die EU-Kommission grünes Licht geben, sagte Almunia. Italiens drittgrößtes Bankhaus soll über eine Kapitalerhöhung mehr Geld einnehmen als die bisher vorgesehene eine Milliarde Euro. Ferner geplant sind Kostensenkungen sowie eine Verringerung italienischer Staatsanleihen in der Bilanz.

In anderen europäischen Ländern wie Deutschland haben die Regierungen Banken mit Multimilliardenbeträgen gestützt, um einen Kollaps des Sektors zu verhindern. Auch Österreichs Steuerzahler wurden für Hypo, Kommunalkredit und Co. schon mehrmals zur Kasse gebeten.

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