Italien: Jugend ohne Hoffnung – 36,5 % arbeitslos

Italien: Jugend ohne Hoffnung – 36,5 % arbeitslos

Italiens Regierung gerät wegen der Arbeitslosigkeit in Italien unter Druck, die den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt erreicht hat. Die Arbeitslosenquote stieg im Oktober von 10,8 auf 11,1 Prozent, womit knapp 2,9 Mio. Italiener arbeitslos waren.

Dies ist der höchste Wert seit Beginn der monatlichen Datenerhebung im Jänner 2004. Eine höhere Zahl hatte es zuletzt Anfang 1999 gegeben, damals gab es allerdings nur Quartalsdaten. Binnen Jahresfrist stieg die Quote sogar um 2,3 Prozentpunkte, berichtete das nationale Statistikamt Istat.

Jugend am härtesten betroffen

Noch härter betroffen ist die Jugend: Der Anteil der Arbeitslosen unter den 15- bis 24-Jährigen stieg um 0,6 Prozentpunkte auf 36,5 Prozent - dies ist ebenfalls ein Rekordwert. Wirtschaftsminister Vittorio Grilli bezeichnete die Entwicklung am italienischen Arbeitsmarkt als "negativ". "Wir hatten jedoch damit gerechnet. Wenn die Wirtschaft zurückgeht, kann man nicht hoffen, dass sich die Beschäftigungslage bessert", so Grilli.

Der Gewerkschaftsverband CGIL rief die Regierung Monti auf, einen Notstandsplan zur Förderung der Jugendarbeitslosigkeit zu entwerfen. "Man muss unbedingt die Spirale der Rezession durchbrechen, in die Italien gestürzt ist", betonte CGIL-Chefin Susanna Camusso. Im kommenden Jahr sei mit einer weiteren Erhöhung der Arbeitslosigkeit zu rechnen. "2013 wird vom Standpunkt der Beschäftigung aus noch härter als 2012 sein", kommentierte die Chefin des stärksten italienischen Gewerkschaftsbundes.

Der Vorsitzende der Demokratischen Partei (PD, zweitstärkste Partei im italienischen Parlament), Pierluigi Bersani, bezeichnete die Jugendarbeitslosigkeit in Italien als "erschütternd". Die Regierung müsse sich verstärkt um wirtschaftsfördernde Maßnahmen bemühen. Vor allem die lahme Bauwirtschaft benötige dringend Unterstützung, so Bersani.

Der Präsident der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, appellierte an das Parlament, Initiativen zu ergreifen, die den jungen Generationen eine Zukunft sichern können. Laut der Oppositionspartei Lega Nord sei die hohe Arbeitslosigkeit ein klares Signal, dass die Regierung Monti gescheitert sei. "Monti soll sofort das Handtuch werfen", verlangte Lega-Chef Roberto Maroni.

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