Italien will beim EZB-Stresstest Ausnahmen für notleidende Banken

Italien will beim EZB-Stresstest Ausnahmen für notleidende Banken

Die Europäische Zentralbank (EZB) überprüft in den nächsten Monaten die Bilanzen von 128 Banken in 18 EU-Staaten. EZB und die Europäische Bankenaufsicht EBA zusammen unterziehen 124 Banken in der gesamten EU danach einem Stresstest, in dem sie ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krisen beweisen müssen. Italien will Ausnahmen für seine Banken.

Für wackelnde Banken wie die italienische Monte dei Paschi di Siena soll es beim anstehenden europaweiten Stresstest offenbar Ausnahmen geben. Banken, für die von der Europäischen Union gebilligte Sanierungspläne vorlägen, würden nicht anhand ihrer Bilanzen von 2013 geprüft, sagten Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums in Rom und der italienischen Notenbank der Nachrichtenagentur Reuters. Für sie seien die Messlatte vielmehr die Bilanz-Projektionen für die Jahre 2014 bis 2016, wie aus einer Handreichung der EU-Bankenaufsicht EBA von Ende Januar hervorgehe.

"Es ist klar, dass es dabei auf die zu erwartende Lage der Bank ankommt, mit einem Ergebnis, das logischerweise besser ausfallen wird", sagte einer der Beamten. Die Bilanzdaten aus der Vergangenheit zu verwenden, wäre auch nicht sinnvoll für Banken wie Monte dei Paschi, da sich deren gesamte Struktur in den vom Stresstest erfassten drei Jahren umfassend ändern werde, argumentieren die italienischen Regulierer. Die mit 4,1 Milliarden Euro von der EU gestützte Monte de Paschi soll ihre Bilanzrisiken bis 2017 auf 81 Milliarden von 93 Milliarden Euro zurückfahren. Die Ausnahmeregelungen gälten aber für Banken in ganz Europa, hieß es in den Kreisen.

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