Italien erwartet tragischen Arbeitslosenrekord

Italien erwartet tragischen Arbeitslosenrekord

Laut dem Forschungsinstituts des italienischen Handwerkerverbands CNA wird die Zahl der Arbeitslosen in Italien bis Ende 2013 um 400.000 Personen auf ein Rekordhoch von 3,5 Millionen wachsen.

Besonders belastet sind die Industrie und die Baubranche, in denen in den letzten fünf Jahren 732.000 Jobs verloren gegangen sind.

"Die Beschäftigungskrise wird sich in den letzten Monaten dieses Jahres verschärfen. Ohne einschneidende Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums, kann die soziale Lage in Italien kritisch werden", heißt es im CNA-Bericht.

In Italien wurde im Juni ein Rekordtief an Beschäftigten erreicht. Lediglich 22,5 Millionen gehen einer Arbeit nach, die Arbeitslosigkeit beträgt 12,1 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit erreichte im Juni ein Rekordhoch von 39 Prozent. Die ausgezahlten Stunden Kurzarbeit sind im ersten Halbjahr 2013 um 4,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 gestiegen.

Immer mehr Arbeitnehmer begnügen sich mit einer Teilzeitarbeit, um ihren Job nicht ganz zu verlieren. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Arbeitnehmer, die lediglich 16 Stunden pro Woche arbeiten, auf 605.000 gestiegen, das sind zwei Drittel mehr als 2007. Neunzig Prozent der Arbeitnehmer akzeptieren die Reduzierung der Arbeitsstunden, um den Job nicht ganz zu verlieren.

Drama im Flüchtlingslager

Seit Tagen protestieren Dutzende von Flüchtlingen, die in einem Auffanglager in Gradisca nahe der friulanischen Stadt Görz eingesperrt sind, gegen ihre Lebensbedingungen. Etwa zehn Migranten verbrachten die Nacht auf dem Dach des Auffanglagers. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden ergriffen, nachdem in den vergangenen Tagen zwei Migranten die Flucht versucht und sich dabei schwer verletzt hatten.

Im Auffanglager befinden sich 65 Migranten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, die meisten von ihnen sind wegen verschiedener Delikte vorbestraft. Weitere 50 Afrikaner werden demnächst in Gradisca erwartet. Die Präsidentin der Region Friaul Julisch Venetien, Debora Serracchiani, forderte die Schließung des Auffanglagers. Die Struktur sei für vorbestrafte Migranten ungeeignet.

Ein 30-jähriger Marokkaner war am Dienstag in kritischem Zustand in ein Krankenhaus in Triest eingeliefert worden. Der wegen Drogenhandels vorbestrafte Marokkaner stieg auf ein Dach und stürzte ab. Er war vor einiger in Gradisca eingetroffen und hätte aus Italien ausgewiesen werden sollen. Auch ein 28-jähriger Algerier stürzte bei einem Fluchtversuch und fiel sechs Meter in die Tiefe. Der Migrant wurde mit einer Beinverletzung ins Krankenhaus von Görz eingeliefert, sein Zustand ist nicht besorgniserregend.

Seit Tagen sind Proteste im Auffanglager im Gange. "Wir sind keine Tiere", protestierten die Migranten, die meist aus dem Maghreb-Raum stammen. Die Proteste waren nach Ende des Ramadan ausgebrochen.

Berlusconis Vermögen

Völlig unbeeindruckt von den sozialen Tragödien kann sich Ex-Premier Silvio Berlusconi fühlen. Mit einem börsennotierten Vermögen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro hat Berlusconi nach einem Jahr im "Exil“ wieder einen Platz in der Top-Ten-Liste der wohlhabendsten italienischen Unternehmer erobert. Laut einem von der Mailänder Wirtschaftszeitung „Milano e Finanza“ verfassten Ranking schaffte es Berlusconi gegenüber dem Jahr 2012 vom elften nun auf den sechsten Platz, was den positiven Ergebnissen seiner Mediengesellschaft Mediaset zu verdanken ist, deren Aktien in einem Jahr um 120 Prozent gestiegen sind.

Trotz dieses Ergebnisses muss Berlusconi um seine Mediaset zittern. Der Konzern hat das erste Halbjahr 2013 mit weniger Umsatz abgeschlossen. In den ersten sechs Monaten 2013 erzielte der Konzern einen Gewinn von 30,1 Millionen Euro, das waren um 12,8 Millionen weniger als im Vergleichszeitraum 2012. Der Umsatz fiel von 1,99 Milliarden Euro auf 1,737 Milliarden Euro.

Mediaset hatte im Gesamtjahr 2012 erstmals in der 20-jährigen Geschichte rote Zahlen gemeldet. Der Verlust betrug 287 Mio. Euro. 2011 hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 225 Mio. Euro erzielt.

Platz eins im Ranking der reichsten Unternehmer im Nachbarland besetzt Leonardo Del Vecchio, Präsident und Gründer des Brillenherstellers Luxottica, der auf ein börsennotiertes Vermögen von 15,2 Milliarden Euro zurückgreifen kann. Auf Platz zwei schaffte es die Designerin Miuccia Prada gefolgt von der Industreillenfamilie Rocca. Platz Vier eroberte die Familie Benetton.

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