Island: Gunnlaugsson setzt auf Schuldenschnitt

Island: Gunnlaugsson setzt auf Schuldenschnitt

Auch die Kreditgeber zeigten sich in den Verhandlungen offen für eine Lösung, sagte der neue Ministerpräsident Sigmundur Gunnlaugsson am Dienstag bei einem Besuch in Norwegen im Reuters-Interview. Die Regierung beteilige sich zwar nicht bei den Verhandlungen mit den Gläubigern der in der Finanzkrise zusammengebrochenen Banken. Allerdings werde eine Einigung nur akzeptiert, wenn die Abschreibungen ausreichend seien, um die Kapitalkontrollen wieder abzuschaffen.

In der globalen Finanzkrise war der überdimensionierte Bankensektor der Insel zusammengebrochen und hatte das Land 2008 an den Rand der Staatspleite gebracht. Seitdem sind strenge Finanzkontrollen in Kraft, die aus Sicht der Kritiker Investitionen und die wirtschaftliche Gesundung behindern. Die Kontrollen verhinderten, dass ausländische Investoren ihr Geld abziehen. Die isländischen Banken stehen mit umgerechnet 3,8 Milliarden Dollar in der Kreide, was dem Wert der gesamten Devisenreserven entspricht.

"Wenn wir die Kapitalkontrollen aufheben, wäre es unmöglich alle Einlagen abfließen zu lassen. Das zu lösen ist daher eine Vorbedingung für die Aufhebung der Kontrollen", betonte Gunnlaugsson. Der nach einem Regierungswechsel vor knapp zwei Wochen ins Amt gekommene Ministerpräsident lehnte es ab, eine ausreichende Abschreibungssumme zu nennen. Gunnlaugsson verwies aber auf die Notenbank, die eine Abschreibungsquote von mindestens 75 Prozent für notwendig hält.

Plan B liegt bereit

Die meisten Gläubiger haben ihre Forderungen mittlerweile an Hedgefonds verkauft, die bereits wüssten, dass Abschreibungen notwendig würden, betonte Gunnlaugsson. Für den Fall, dass keine Einigung in diesem Jahr erreicht werde, habe die Regierung einen Plan B. Ein Fonds solle dann für Erleichterung der verschuldeten Haushalte sorgen. Diese leiden unter anderem unter Hypotheken, die an die Inflationsrate gekoppelt sind.

Gunnlaugsson, der die Beitrittsverhandlungen seines Landes zur Europäischen Union bis zu einer Volksabstimmung auf Eis gelegt hat, sprach sich zugleich dafür aus, die Maastricht-Kriterien zu erfüllen. Die Inflation und die Staatsschulden im Griff zu behalten, seien unabhängig von einem Beitritt in die EU wichtig.

Eine Mitte-Rechts-Koalition hatte nach Wahlen im April das rot-grüne Bündnis in Island abgelöst, das mit einem harten Sparkurs das Land aus der Krise geführt hatte. Der nachsichtige Umgang mit den ausländischen Gläubigern, Steuererhöhungen, steigende Staatsschulden und eine Reihe politischer Schnitzer hatte zur Ablösung der Sozialdemokraten geführt.

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