Irrsinn Made in Italy: Staat will Alitalia retten

Irrsinn Made in Italy: Staat will Alitalia retten

"Die Regierung betrachtet Alitalia als ein strategisch wichtiges Unternehmen, aber nicht ohne Bedingungen", hieß es in einer Erklärung der Regierung in Rom.

Im Kampf gegen die Pleite bekommt Italiens kriselnde Fluggesellschaft Alitalia Hilfe von der italienischen Post. Die "Poste Italiane" wollen sich mit 75 Millionen Euro an einer dringend benötigten Kapitalerhöhung beteiligen, verlautete aus Regierungskreisen am Donnerstagabend. Die Post soll einen Anteil zwischen 15 und 18 Prozent an der Airline übernehmen. Nach Schätzung von Gewerkschaften soll das Finanzierungspaket ein Volumen von einer halben Milliarde Euro erreichen. Davon würden 300 Millionen auf neue Aktien und 200 Millionen auf einen Kredit entfallen, hieß in Medienberichten.

Vor allem im Logistikbereich könnten sich dank des Einstiegs der Post bei Alitalia Synergien ergeben. Seit 2002 ist die italienische Post auch im Fluggeschäft aktiv. Die "Poste Italiane" besitzen die auf Güterbeförderung spezialisierte Fluggesellschaft Mistral Air, die sie vom Post- und Logistikkonzern TNT Post Groep NV erworben hatte. Mistral Air, die auch auf Charter- und Cargoflüge spezialisiert ist, könnte zur Lowcost-Gruppe der Alitalia aufrücken, hieß es in Rom. Flugtickets könnten künftig auch in Postfilialen verkauft werden.

Bedingungen für die Hilfe

Für die Hilfe stellt die Regierung in Rom als Bedingung, dass Alitalia ein neues Geschäftsmodell und eine stabile Aktionärsstruktur entwirft. Bedingung für die Unterstützung durch die Post sei, dass es im Alitalia-Management personelle Veränderungen gebe. Premier Enrico Letta verlangte, dass die Aktionäre der Alitalia ihre Verantwortung übernehmen und sich an der Kapitalaufstockung beteiligen.

Das Alitalia-Management ist kurz vor entscheidenden Beratungen über eine Rettung der seit langem kriselnden Fluggesellschaft noch stärker unter Druck geraten. Der französisch-niederländische Rivale und Großaktionär Air France-KLM kündigte am Freitag an, nur unter strengen Bedingungen zu einer Geldspritze bereit zu sein. Sollte sich der Konzern an einer Kapitalerhöhung beteiligen, dann nur unter sehr strikten Auflagen, sagte ein Sprecher in Paris. Zudem droht der Airline der Sprit auszugehen. Der italienische Energiekonzern Eni erklärte, nur noch Treibstoff liefern zu können, wenn der Betrieb für die nächsten sechs Monate gesichert sei. "Es hängt von der Sitzung des Verwaltungsrates ab", sagte Eni-Chef Paolo Scaroni. Das Unternehmen muss sonst seine Lieferungen am Samstag stoppen.

Die Banken von Alitalia wollen sich Kreisen zufolge unterdessen mit 100 Millionen Euro an der Kapitalerhöhung der angeschlagenen Fluggesellschaft beteiligen. Dies sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person am Freitag.

Alitalia braucht dringend frisches Geld, um eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Laut der italienischen Zivilluftfahrtbehörde Enac läuft die Gesellschaft Gefahr, den Betrieb ihrer 140 Maschinen binnen Tagen einstellen zu müssen. Die Alitalia-Führung hatte am Mittwoch zurückgewiesen, dass dies mangels Kerosin bereits an diesem Samstag der Fall sein könnte.

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