Irak: Islamisten rücken auf Bagdad vor

Irak: Islamisten rücken auf Bagdad vor

Wie das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE am Mittwoch mitteilte, kündigte ein Sprecher der Jihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) an, dass es bald auch Kämpfe in Bagdad und im südlichen Kerbela geben werde.

"Noch tobt die Schlacht nicht, aber sie wird in Bagdad und Kerbela toben", sagte der ISIL-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani den Angaben zufolge in einer Audiobotschaft, die über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet wurde. "Legt eure Gürtel an und macht euch bereit", fügte er demnach hinzu.

Bis auf 90 Kilometer an Bagdad herangerückt

Die aufständischen Jihadisten sind am Donnerstag bis auf 90 Kilometer an die Hauptstadt Bagdad herangerückt. ISIL-Kämpfer eroberten die Stadt Dhuluiyah, nördlich von Bagdad, wie ein Stadtrat, die Polizei und Augenzeugen übereinstimmend berichteten. ISIL-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani kündigte an, die ISIL-Einheiten würden weiter auf Kerbela und nach Bagdad vorrücken. In Bagdad sollte das Parlament am Donnerstag zu einer Krisensitzung zusammentreten. Die Abgeordneten wollen über einen Antrag von Ministerpräsident Nuri al-Maliki beraten, den Ausnahmezustand auszurufen.

Die ISIL-Einheiten umgingen bei ihrem Vormarsch am Donnerstag die Stadt Samarra, nachdem sie am Mittwoch mit dem Versuch gescheitert waren, die Stadt zu erobern. Zwar leben in Samarra vorwiegend Sunniten, aber in der Stadt befindet sich eine heilige Stätte der Schiiten. Als Fundamentalisten 2006 einen Anschlag auf diesen Schrein verübten, entwickelte sich daraus ein blutiger Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten, in dessen Verlauf Zehntausende Iraker getötet wurden.

US-Luftschläge möglich

Unterdessen bestätigte ein westlicher Regierungsbeamte, dass der Irak eventuellen Luftschlägen der USA gegen die vorrückenden Islamisten positiv gegenüberstehen würde. Die USA prüfen demnach gegenwärtig, wie sie Bagdad zur Hilfe kommen könnten - Drohnenangriffe seien eine Möglichkeit. Bisher hat der Irak jedoch noch nicht offiziell um Unterstützung gebeten, hieß es aus US-Verteidigungskreisen. Hunderttausende Iraker flohen vor den Kämpfen.

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