Inside Facebook-Campus – "Du gehst Heim, wenn deine Arbeit erledigt ist"

Inside Facebook-Campus – "Du gehst Heim, wenn deine Arbeit erledigt ist"

Hacker Way, so heißt die Straße, die in Menlo Park zum Facebook Headquarter führt. Wer hier auf Besuch kommt, muss sich – wie auf der Plattform – mit seiner Email-Adresse anmelden. Auf iPads an der Rezeption unterschreiben externe Gäste mit dem Finger ein „Non-Disclosure-Agreement“.

„Ihr könnt es euch ausdrucken lassen und später durchlesen“, lächelt Krista, die in der nächsten Stunde eine Gruppe österreichischer Journalisten durch das Gelände führen wird. Seit sieben Jahren ist Krista schon bei Facebook, nach verschiedenen Stationen derzeit in der Public Policy-Abteilung. Das 2004 gegründete Social Network zählt heute mehr als 5.000 Mitarbeiter weltweit, rund 4.000 davon arbeiten am Hauptstandort in Menlo Park.

Wildtier-Gehege

Nicht nur Entwickler und Produktmanager beherbergt das Unternehmen hier. Der Facebook Campus ist seit Sommer offizieller Lebensraum für Wildtiere. Eine Schar von Füchsen machte es sich Anfang des Jahres im „Zen Garden“ des Geländes gemütlich. „Hin und wieder sieht man noch einen Fuchs vorbeihuschen“, berichtet Krista. Ihr Lieblingsplatz sei jedoch nicht das Wildtier-Gehege, betont sie und deutet auf die „Yellow Brick Road“ - den Weg aus gelben Pflastersteinen, ein Element aus „Der Zauberer von Oz“. Mitarbeiter haben das Pflaster im Rahmen eines Freizeitprojekts erstellt, für Kinder ist es ein beliebter Spielplatz auf dem Campus, erklärt die Führerin.

„Hacker“ ist ein Wort, auf das die Gestalter des Arbeitsraums viel Wert legten. An beinahe jeder Ecke hängt ein Schild mit dem Begriff. Im Pflaster des Innenhofs ist das Wort so groß eingearbeitet, dass es laut Krista vom Flugzeug aus zu sehen ist. „Hacker hat manchmal eine negative Konnotation. Für uns heißt es aber, Dinge zu verändern und Probleme zu lösen“, erläutert sie. In „Hackathons“ arbeiten die Angestellten an Projekten außerhalb ihres eigentlichen Aufgabenbereichs. So entstehen zum Beispiel überlebensgroße Leuchttafeln mit dem Schriftzug „Livin' our dreams“ in der Cafeteria.

Menü der Woche

Essen spielt am Facebook-Hauptsitz eine wichtige Rolle – zumindest bei der Führung. Den Großteil des Rundgangs verbringt Krista damit, die vielen kulinarischen Angebote aufzulisten. Als sie mit der Journalistentruppe an einem Konferenzsaal vorbeigeht, in dem in Kürze ein internes Event stattfindet, wird sie nervös: „Hier sind keine Fotos erlaubt, gehen wir weiter.“ Viel lieber erzählt die Facebook-Mitarbeiterin vom Burger-Restaurant: „Dort gibt es wöchentliche Specials. Diese Woche ist es der Caprese-Burger“, sagt sie und listet die Zutaten auf. Als Alternative dazu verweist Krista auf die Salatbar oder den mexikanischen Imbiss, der nach einem Mitarbeiter benannt wurde.

Schließlich führt Krista die Gruppe doch noch in ein Bürogebäude. An großen Bildschirmen am Eingang werden die Büropläne angezeigt. Auf dem interaktiven Screen sind die Schreibtische der Mitarbeiter ihrem Facebook-Profil zugeordnet. Die Konferenzräume werden kreativ benannt: „Running with scissors“, „Off the record“ oder nach Popkultur-Figuren. Arbeitende Personen dürfen nicht fotografiert werden, die schön dekorierten Wände schon.

Wäsche-Service und Arztbesuch

Immer wieder betont Krista, wie hoch kompetitiv das Arbeitumsfeld und der Bewerbungsprozess bei Facebook ist: „Wir nehmen nur die Besten.“ Fakt ist jedoch auch, dass in Silicon Valley sowohl Konzerne als auch kleine Startups händeringend nach Entwicklern suchen und Uni-Absolventen mit Jahresgehältern jenseits von 100.000 US-Dollar anlocken. Facebook-Mitarbeiter arbeiten in der Regel mehr als 40 Stunden, berichtet Krista. „Für ein Unternehmen, das so viele Benefits bietet, ist das mehr als ok“, beschwichtigt sie. Wer zum Beispiel zum Arzt muss, kann das in der Arbeit erledigen – im medizinischen Zentrum am Campus. Auch ein Wäsche-Service bietet der Arbeitgeber an. „Viele unserer Kollegen sind so jung, die wissen nicht mal, wie sie Wäsche waschen sollen“, plaudert die Gästeführerin aus dem Nähkästchen.

Gründer und CEO Mark Zuckerberg sehe man fast täglich im Headquarter: „Es wundert mich, dass ich ihm heute noch nicht über den Weg gelaufen bin“, so die Public Policy-Managerin. Die letzte Station der Tour ist der Facebook Store. Hier werden T-Shirts, Taschen und Nagellacke in Facebook-Blau verkauft. Wer will, kann sich auf einer großen Tafel mit dem Aufhänger „Write Something“ verewigen. „Hire me!“, steht unter anderem dort. Auf die abschließende Frage, welche Arbeitszeiten es hier gebe, unterstreicht Krista einmal mehr den flexiblen Charakter des Unternehmens: „Geregelte Arbeitszeiten gibt es hier nicht. Du gehst Heim, wenn deine Arbeit erledigt ist.“ Wer abschalten will, kann am Heimweg einen kurzen Abstecher in die Spielehalle am Campus machen.

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