Inselstreit: China droht mit Sanktionen

Inselstreit: China droht mit Sanktionen

In einem Kommentar des kommunistischen Parteiorgans wird mit Strafmaßnahmen gegen Japan gedroht.

In dem neu aufgeflammten Streit um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer droht China mit Sanktionen gegen Japan. Ein Kommentar des kommunistischen Parteiorgans "Volkszeitung" warnte am Montag, wichtige Wirtschaftsbereiche wie Produktion, Finanzen, Exporte nach China sowie Importe "strategisch wichtiger Materialen" könnten Ziel solcher Strafmaßnahmen werden.´in Handelskrieg werde zwar beide Länder treffen, aber China sei entschlossen, die Konsequenzen zu tragen, die für Japan viel "katastrophaler" wären. "Würde Japan lieber noch einmal zehn Jahre verlieren - oder wäre es sogar bereit, um 20 Jahre zurückzufallen?", fragte der Kommentator.

Zwar lehne Peking Wirtschaftssanktionen zur Lösung internationaler Konflikte prinzipiell ab, sollte Japan jedoch seine "Provokationen" vorantreiben, werde diese Maßnahme für China "unvermeidlich", hieß es in dem Zeitungskommentar weiter. Von den Sanktionen könnten die japanische Fertigungs- sowie die Finanzindustrie betroffen sein. Auch auf japanische Exporte und Investitionen in China sowie "strategische Materialimporte" könnten sich die Sanktionen auswirken, schrieb das Blatt offenbar im Hinblick auf die sogenannten selten Erden, die zur Herstellung zahlreicher Hightech-Produkte benötigt werden.

Bei dem Streit zwischen den beiden Ländern geht es um eine Inselgruppe, die in China Diaoyu und in Japan Senkaku heißt. Vier der fünf Inseln sind bisher in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Die japanische Regierung beschloss in der vergangenen Woche den Kauf von drei Inseln. Die Inselgruppe ist von strategisch wichtiger Bedeutung, zudem werden auf dem Meeresboden Öl- und Gasvorkommen vermutet.

In China gab es in den vergangenen Tagen Proteste und Angriffe gegen japanische Autos, Restaurants und Unternehmen. Japanischen Medienberichten zufolge stellte der Elektronikhersteller Panasonic im chinesischen Qingdao den Betrieb angesichts der Ausschreitungen bis mindestens Dienstag ein. Auch der Kamerahersteller Canon habe den Betrieb in drei seiner vier wichtigsten Fabriken in China am Montag und Dienstag suspendiert.

Beim Autobauer Toyota lief nach Firmenangaben indes alles nach Plan. Der Unterhaltungsriese Sony teilte mit, man habe seinen Mitarbeitern geraten, nicht unbedingt notwendige Reisen nach China vorerst zu unterlassen. Ein Sony-Sprecher in Shanghai sagte, bisher verliefen die Geschäft in China normal. Das Unternehmen hielt es sich aber offen, gegebenenfalls zu reagieren.

Die Proteste waren am Sonntag eskaliert. Auch am Montag blieben noch einige japanische Supermärkte geschlossen. Viele japanische Schulen im ganzen Land, darunter in den Großstädten Peking und Shanghai, sollten die ganze Woche geschlossen bleiben.

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