Inflation sinkt weiter: Europa am Rande der Deflation

Inflation sinkt weiter: Europa am Rande der Deflation

Der Eurozone droht eine gefährliche Deflation. Mit Bulgarien, Griechenland, Spanien, Portugal und die Slowakei sind bereits fünf EU-Mitgliedsstaaten mitten in der Deflation. Experten wie der deutsche Starökonom Marcel Fratzscher halten es für wahrscheinlich, dass in Europa sowohl die Zinsen als auch das Wachstum auf Jahre hinaus niedrig bleiben.

Österreich und Deutschland stehen noch relativ gut da. Mit 1,7 hat die Alpenrepublik die höchste Teuerung im Euroraum. Doch die Wirtschaft ist zu stark verzahnt, als dass sich ökonomisch starke Länder auf Dauer von dieser Entwicklung abkoppeln können, sofern keine entsprechenden Gegenmaßnahmen getroffen werden, um die Preisabwärtsspirale zu stoppen. Experten wie der deutsche Starökonom Marcel Fratzscher halten daher bereits das Szenario wahrscheinlich, dass in Europa sowohl die Zinsen als auch das Wachstum auf Jahre hinaus niedrig bleiben.

Gleich fünf europäische Länder sind bereits mitten in der Deflation. Am stärksten sinken die Preise und damit die Konsumausgaben in Bulgarien. Das Preisniveaus ist dort im Juli um 1,1 Prozent gesunken, in Griechenland beträgt der Preisrückgang 0,8 Prozent, in Portugal 0,7 Prozent. Auch in Spanien und der Slowakei gehen die Preise zurück. Zum ersten Mal seit der Wende ist auch Polen im Juli in eine Deflation gerutscht. Dort haben vor allem die gesunkenen Preise für Lebensmitteln auf die Daten gedrückt.

Deutschland zeigt bereits Tendenzen einer Abwärtsspirale

In Deutschland, dem derzeitigen Wirtschaftsmotor der EU, steigen die Preise zwar, aber nur um marginale lag 0,8 Prozent. Die Inflationsrate liegt damit im Nachbarland auf dem tiefsten Stand seit fast viereinhalb Jahren. Zum ersten Mal seit dem Krisenjahr 2009 entwickelte sich zudem die deutsche Wirtschaft schlechter als der Durchschnitt der Euro-Zone. Noch im ersten Quartal 2014 legte das BIP um 0,7 Prozent zu, nun sank das BIP auf Minus 0,2 Prozent. Der Rückgang fiel damit stärker aus erwartet. Als Grund werden schwächere Exporte und sinkende Investitionen genannt. Ausgerechnet Deutschland geht damit die ökonomische Kraft aus.

Die Europäische Zentralbank spricht von stabilen Preisen bei Werten von knapp unter zwei Prozent. Dabei schlägt sich vor Österreich im Vergleich zu seinen Nachbarn noch relativ gut.

Für die EZB ist eine sich ausbreitende Deflation das Horrorszenario schlechthin. Denn nichts lähmt die Wirtschaft so sehr wie sinkende Preise. Das beste Beispiel dafür ist Japan, das seit knapp 30 Jahren mit sinkenden Preisen und den damit einhergehenden Begleiterscheinungen wie schrumpfende Nachfrage, hohe Arbeitslosigkeit, da aufgrund sinkender Nachfrage immer mehr Menschen entlassen werden müssen, was wiederum weiteren Konsumverzicht zur Folge hat. Ein Teufelskreis aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt, wenn er einmal in Gang gesetzt ist.

In Österreich und im wirtschaftlich für Europa zentralen Deutschland sorgen Preisanstiege in einzelnen Sektoren jedoch für steigende Preise. Dafür sorgt vor allem der hohe Anstieg der Immobilien- und vor allem in Deutschland der Strompreis. In Deutschland etwa kletterten die Mietpreise in den vergangenen 25 Jahren um 130 Prozent, der Strompreis gar um über 200 Prozent.

EZB lässt Zinsen wegen Deflationsangst auf Rekordtief

Wie groß die Angst der EZB vor einer Deflation ist, zeigte erst vor wenigen Tagen die Entscheidung den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,15 Prozent zu belassen. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und können so die Wirtschaft ankurbeln. Das stärkt in der Regel auch den Preisauftrieb.

EZB-Boss Mario Draghi selbst hatte bei der Ratssitzung Anfang Juli zwar die Bereitschaft der bekräftigt, notfalls mit weiteren Sondermaßnahmen auf eine für die Konjunktur gefährliche „zu lange Periode niedriger Inflationsraten“ zu reagieren.

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