Imagewechsel: Schluss für "Bunga Bunga" im italienischen Fernsehen

Imagewechsel: Schluss für "Bunga Bunga" im italienischen Fernsehen

Medienzar und Schürzenjäger Silvio Berlusconi hat es vorgemacht, das italienische Staatsfernsehen RAI hat prompt nachgezogen. Frauen im italienischen Fernsehen waren vor allem für nackte Haut und laszives Herumhüpfen bekannt. Das soll sich nun ändern, zumindest wenn es nach der RAI-Intendantin Anna-Maria Tarantola geht.

Unterhaltungsshows mit nackten Tatsachen zählen im italienischen Fernsehen zum Alltagsprogramm. Tarantola wurde vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti zur Intendantin gekührt. Der Auftrag einer Kehrtwende im Programm wurde ihr mit auf den Weg gegeben.

Der dreimalige Regierungschef Berlusconi hat die Fernsehkultur über Jahrzehnte geprägt. Seine Mediaset-Gruppe besitzt die größten Privatsender des Landes, sein Einfluss auf das öffentlich-rechtliche RAI-Unternehmen war während seinen Machtzeiten offensichtlich, ebenso wie seine weiblichen Vorlieben im TV.

Ein erstes Ausrufezeichen setzte Tarantola mit der Abschaffung der Wahl zur Miss Italia. "Ich mag es nicht, wie Frauen im Fernsehen gezeigt werden", sagte sie nach ihrem Amtsantritt. "Wir wollen, dass sich die Frau im Fernsehen in einer anderen Weise zeigt, dass die Fiktion zeitgemäßer ist und erzählte Geschichten realistischer", betonte sie später. Die öffentlich-rechtlichen Programme müssten mehr Qualität vorweisen, meint Tarantola.

Debatte über Frauenbild
Die Abschaffung der "Miss Italia"-Wahl löste viel Kritik aus. Während RAI-Granden die Entscheidung guthießen, war die Bevölkerung von dem Schritt teilweise nicht überzeugt. Das Frauenbild im italienischen Fernsehen wird schon seit Jahren diskutiert. Der Dokumentarfilm "Il Corpo delle donne" entfachte im Jahr 2009 eine Debatte. Er kritisierte die immer gleiche Darstellung der Frauen im TV. "Das italienische Fernsehen zeigt ausschließlich einen Frauentyp, und zwar die Frau als Lustobjekt. Und eine Variante desselben Typs: die Frau als schöne Dekoration", beklagte Autorin Lorella Zanardo. Dass Berlusconis Mediaset-Kanäle von den leicht bekleideten Frauen Abstand nehmen, ist wohl unwarscheinlich.

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